In Belgien sind am Samstag drastische Beschränkungen des öffentlichen Lebens in Kraft getreten, um die Ausbreitung der neuen Krankheit Covid-19 zu bremsen. Ein Fragen und Antworten zur aktuellen Corona-Krise.
Die nach dem Ausbruch des Coronavirus in China vorgenommenen Reisebeschränkungen haben den Export von Fällen ins Ausland einer Studie zufolge bis Mitte Februar um rund 70 Prozent verringert.
Jetzt ist es angekommen in Ostbelgien, jedenfalls richtig. Nicht bloß in den Abendnachrichten und den Facebook-Spalten, sondern ganz konkret im Alltag. Dieses Coronavirus, winzig klein, aber doch mit einer riesigen Wirkung.
Jede Krise birgt auch Momente der Kreativität. Was tun, wenn man nicht mehr das Haus verlassen soll? Die Menschen in Italien stellen sich der Situation auch mit Humor.
„Wir stehen erst am Anfang der Corona-Epidemie, aber mit den drastischen Maßnahmen, die Belgien am Donnerstag getroffen hat, können wir Leben retten.“ Davon sind Virologen überzeugt.
Wie der Nationale Sicherheitsrat am Donnerstagabend entschieden hat, und Ministerpräsident Oliver Paasch zu Beginn der Pressekonferenz im St.Vither Rathaus erwähnte, wird ab Montag landesweit der Unterricht ausgesetzt. Bildungsminister Harald Mollers (beide ProDG) erläuterte am Freitag die Auswirkungen für die Schüler und Lehrpersonen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft.
Die ostbelgischen Krankenhäuser sind angewiesen, ab Samstag keine Krankenbesuche mehr zuzulassen. Das bestätigte Minister Antonios Antoniadis (SP) dem GrenzEcho auf Nachfrage.
Der Unterricht wird ausgesetzt, Restaurants und Cafés bleiben geschlossen, sportliche, kulturelle und folkloristische Veranstaltungen werden abgesagt. Das Coronavirus hat spätestens seit den drastischen Maßnahmen des Nationalen Sicherheitsrats vom Donnerstagabend auch Ostbelgien fest im Griff.
Während in seiner belgischen Heimat das öffentliche Leben wegen des Coronavirus fast zum Erliegen kommt, darf Thierry Neuville (Hyundai) in Mexiko nach Herzenslust Rallye fahren. Im Zwischenstand am Freitagabend (MEZ) ist der St.Vither Dritter. Es führt Titelrivale Sébastien Ogier (Toyota) vor Teemu Suninen (Ford).
Überraschung: N-VA und PS führen Gespräche zur Bildung einer neuen Föderalregierung. Dies erklärten am Freitag zuverlässige Quellen. Es bestehe die Chance, dass eine Notregierung gebildet wird, um die Coronakrise in unserem Land zu bekämpfen.
Am Montagmorgen sollte zum ersten Mal in der 32-jährigen Geschichte des Gerichtsbezirks ein Geschworenenprozess in der Deutschsprachigen Gemeinschaft starten.
Die Fallzahlen der Menschen, die vom Coronavirus infiziert werden, steigen unaufhörlich. Noch können Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind, in spezialisierte Kliniken verlegt werden, zum Beispiel in das CHC Lüttich. Aber mit Hochdruck bereitet man sich im St. Nikolaus-Hospital Eupen auf die Situation vor, dass dort der Platz zu knapp wird.
Neben den vielen Maßnahmen sind auch die Absagen aller Freizeitaktivitäten in der Region und die Schließung der Orte, an denen sie stattfinden sollten, bis mindestens 3. April beschlossen worden. „Das hat u. a. Auswirkungen auf geplante Kulturveranstaltungen, auf Kulturzentren, auf Museen, auf Kreative Ateliers, auf Sportstätten, auf Jugendorganisationen und auf Jugendtreffs“, schilderte Isabelle Weykmans (PFF) am Freitag im St.Vither Rathaus.
Bei der Pressekonferenz am Freitag erklärte Antoniadis Antoniadis (SP) als Gesundheitsminister die verschiedenen Maßnahmen im Rahmen der Coronaviruskrise. Er plädiert ebenfalls für Besonnenheit und berichtete von einem vierten bestätigten Fall in der DG.
Die wallonische Regionalregierung hat am Freitag beschlossen, einen außerordentlichen Krisenfonds von 100 Millionen Euro einzurichten, um Sektoren zu unterstützen, die durch das Coronavirus wirtschaftlichen Schaden erleiden. Dies teilt Ministerpräsident Willy Borus (MR) mit.
Der Mobilfunkanbieter Proximus kündigte am Freitag eine Reihe „außerordentlicher Maßnahmen“ zugunsten seiner Kunden an, mit denen der Betreiber inmitten der Covid-19-Epidemie „Solidarität“ zeigen möchte, nachdem der Nationale Sicherheitsrat am Donnerstagabend drastische Maßnahmen zur Bekämpfung der Verbreitung des Virus beschlossen hat. Auch der Betreiber Organge Belgium kommt seinen Kunden entgegen.