„Es geht darum, die weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen beziehungsweise zu verzögern“, brachte es Bildungsminister Harald Mollers gleich zu Beginn seiner Ausführungen auf den Punkt: „Dazu müssen auch Schulen und schulische Einrichtungen einen Beitrag leisten, weil gerade dort viele Menschen zusammenkommen.“
Gleichzeitig müssten jedoch grundlegende Dienstleistungen aufrechterhalten, und die Versorgung gewährleistet werden. Gerade Eltern, die in Pflege- beziehungsweise Sicherheitsberufen tätig sind, betreffe diese Maßnahme. „Deswegen halte ich die Lösung für sinnvoll, dass zwar der Unterricht bis zum 3. April ausgesetzt wird, gleichzeitig in den Schulen aber eine Betreuung gewährleistet wird“, so Harald Mollers. Er richte jedoch einen „eindringlichen Appell“ an die Verantwortung der Eltern und auch der Arbeitgeber, „nach Möglichkeit dafür zu sorgen, dass die Kinder nicht in der Schule betreut werden müssen“. Man könne beispielsweise Urlaubstage vorziehen, Telearbeit begünstigen oder flexible Arbeitszeiten ermöglichen.
Gehälter des Personals werden landesweit weiter gezahlt.
„Das Ziel muss sein, möglichst wenig Menschen in den Schulen zu haben. Das gilt sowohl für die Schüler als auch für die Personalmitglieder“, so der Minister. Die Regierung setze an dieser Stelle ausdrücklich auf die Mitarbeit aller Bürgerinnen und Bürger, nach möglichen Lösungen zu suchen. Zudem kündigte der Minister ein Rundschreiben an die Schulen an, das das Lehrpersonal über die genauen Maßnahmen informiere, und Freitagnachmittag an die ostbelgischen Bildungseinrichtungen versendet wurde.
Zusammengefasst bleiben alle Lehrkräfte und Personalmitglieder weiterhin im Dienst und stehen somit dem jeweiligen Schulleiter zur Verfügung. Letzterer entscheidet vor Ort, wie die Personen eingesetzt werden. „Beispielsweise in der Betreuung oder im Vorbereiten von Aktivitäten, die während der Betreuungszeit stattfinden“, erklärte Mollers. Damit stehe es dem Direktor frei, Personalmitglieder aus dem Dienst zu entfernen, wenn diese nicht benötigt würden.
„Wichtig ist, dass wir landesweit beschlossen haben, dass alle Gehälter weiter gezahlt werden“, stellte der Bildungsminister klar. Niemand habe Gehaltseinbußen zu befürchten. Zudem weise man die Lehrpersonen an, sich in den nächsten Tagen Gedanken über Methoden zu machen, mit denen die Schüler in der Heimarbeit dem Unterricht nachgehen könnten. „Damit sie die nächsten drei Wochen sinnvoll nutzen können“, erläuterte Mollers den Ansatz der Regierung.
Wichtig war ihm auch an die Vernunft gerade der älteren Sekundarschüler zu appellieren, „die Vorgaben zu befolgen, von Versammlungen, Treffen und ähnlichen Initiativen abzusehen“. Die Ansteckungsgefahr könne nur dann verhindert werden, „wenn alle am gleichen Strang ziehen“. Angesichts dieser Herausforderung sollten auch die Eltern mit ihren Kindern das Gespräch suchen.
Abschließend wies Harald Mollers darauf hin, dass überall dort, wo es derzeit eine außerschulische Betreuung gebe, diese auch in den kommenden drei Wochen garantiert sei. Die 22 Standorte in der DG würden wie bisher weiter betrieben. „Auch da ergeht die dringende Bitte an die Eltern, die Anwesenheiten wirklich nur im Notfall vorzusehen“, so der Minister. So verhalte es sich auch bei der Mittagsaufsicht und in den Schulrestaurants, die geöffnet blieben. Außerdem werde die Schülerbeförderung in der DG ebenfalls aufrechterhalten. Angesichts der Nachrichten von wilden Streiks bei der TEC könne er für die diesbezügliche Beförderung jedoch keine Garantie übernehmen. Er hoffe jedoch auch hier auf die Vernunft der betreffenden Stellen.
Die Schulen haben indes am Freitagnachmittag auch einen vorgefertigten Brief an die Eltern erhalten. Darin werden diese noch einmal über die Maßnahmen informiert und dazu aufgefordert, ihre Kinder nur in Notfällen in die Bildungseinrichtungen zu bringen. „Ich bitte um Nachsicht dafür, dass nicht alle Details bereits geklärt sein können“, man habe seit der Entscheidung am späten Donnerstagabend fieberhaft an Lösungen für die Situation gearbeitet, so der Bildungsminister weiter. Etwaige Fragen würden sich sicherlich in den kommenden Tagen klären. Sobald sich etwas Neues ergebe, werde „direkt mit den Schulleitern und Verantwortlichen im Unterrichtswesen kommuniziert“, schloss Bildungsminister Harald Mollers.

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