Ecolo: „Europamandat nicht nur auf die DG fokussiert“

Die Kandidaten von Ecolo für die EU-Wahlen mit Spitzenkandidat Shqiprim Thaqi (Zweiter von links).
Die Kandidaten von Ecolo für die EU-Wahlen mit Spitzenkandidat Shqiprim Thaqi (Zweiter von links). | Foto: Christian Schmitz

Pressetermin an einem Ort mit Symbolcharakter: Am „Drielandenpunt“ in der Nähe von Vaals hat Ecolo am Freitagmorgen die Kandidatenliste für die anstehenden Europawahlen am 26. Mai in der Deutschsprachigen Gemeinschaft vorgestellt. An diesem besonderen Grenzort, wo Belgien, Deutschland und die Niederlande eine gemeinsame Grenze haben, betonten die Grünen, dass das Europamandat der DG nicht ausschließlich auf Ostbelgien fokussiert sei. „In der Euregio Maas-Rhein arbeiten wir Grünen schon länger eng zusammen, deshalb war es für uns selbstverständlich, die Pressekonferenz am Dreiländerpunkt stattfinden zu lassen“, meinte der 31-jährige Ecolo-Spitzenkandidat Shqiprim Thaqi.

1987 wurde er während der Kriegswirren im Kosovo geboren und kam später über die Schweiz und Deutschland mit seiner Familie nach Belgien. Nach dem Abitur an der Eupener PDS und dem Studium in Lüttich (Außenhandel) arbeitet er seit Ende 2017 an der Schweizer Mission bei der EU (Abteilung Beziehungen zum EU-Parlament und Außenpolitik). Er kennt sich also aus in EU-Fragen, und um den europäischen Ansatz zu unterstreichen, waren neben den Listenmitstreitern auch Daniel Freund, EU-Kandidat der deutschen Grünen für die Region, nach Vaals gekommen. Ein Vertreter aus den Niederlanden musste dagegen kurzfristig absagen. „Grüne Politik ist in ganz Europa kohärent und inhaltlich schlüssig und kommt daher als einzige infrage, um eine europäisch abgestimmte Antwort auf die Herausforderung im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu geben“, erklärte Shqiprim Thaqi.

Bewusst sind sich die grünen Kandidaten über die besonderen Herausforderungen, die mit den anstehenden EU-Wahlen einhergehen. „Das ist die wichtigste Wahl seit 1979 (erste Direktwahl des EU-Parlamentes, A.d.R.)“, meinte Daniel Freund. Der Klimawandel sei nun mal die große Herausforderung der Zukunft. Das Thema sei gerade omnipräsent, doch die Grünen seien hier das Original. Einige Ansätze: Mindeststeuersatz für Unternehmen, Kohle- und Atomausstieg in der Stromerzeugung, „Dekarbonisierung“ des Verkehrs, (kurze) Flugreisen teurer machen. „Und klar ist, dass für uns der Klimawandel auch eine soziale Komponente haben muss. Das darf nicht auf dem Rücken der ärmeren Menschen geschehen“, so Daniel Freund.

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