Nicht die SWDE hat das Sagen über Talsperre

Zu den ausgezeichneten Artikeln und Kommentaren von Oswald Schröder und zum Leserbrief „Ein Jahr danach...“ von Aloys Genten im GrenzEcho vom 19. Juli möchte ich Folgendes hinzufügen:

Mit seinen Analysen hat Oswald Schröder enorm beigetragen zum besseren Verständnis der Katastrophe, die am 14. Juli 2022 das Wesertal getroffen hat. Die ungeheuren Fehler, die einige Hauptverantwortliche gemacht haben, aber auch die mutigen Entscheidungen von unter anderem den Bürgermeisterinnen von Eupen und Limbourg hat er klar herausgestellt. Aloys Genten lässt in seinem Leserbrief das Leid einer direkt betroffenen Familie und das Trauma aller, die diese schreckliche Nacht erleben mussten, spüren.

Ich möchte aber auf Folgendes hinweisen: nicht die SWDE, die in Verviers ansässig ist und für die Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser in der Wallonie zuständig ist, hat das Sagen über die Talsperre, sondern das Ministerium der Wallonischen Region in Namur. Dieses Ministerium wurde 2008 gebildet aus bis dahin zwei Ministerien, dem MRW und dem MET.

Das Ministerium bekam den Titel „Service public de Wallonie (SPW)“ und fällt unter den direkten Zuständigkeiten der Minister. Im SPW gibt es die Abteilung „SPW Mobilité et Infrastructures“ (SPW MI) (Minister Philippe Henry) und darin den Dienst „Direction des Barrages-réservoirs“; dieser Dienst ist zuständig für alle Trinkwasserreserven, die der WR gehören. Dort werden alle Entscheidungen bezüglich der Talsperren (Sperrwerke und Stauseen) getroffen.

Die SWDE ist ein autonomes öffentliches Unternehmen mit Sitz in Verviers, das viele Gemeinden in der WR mit Trinkwasser versorgt. So versorgt sie uns und einen großen Teil der Provinz Lüttich mit ausgezeichnetem Wasser aus der Gileppe- und aus der Wesertalsperre. Sie ist 1986 aus der Aufteilung der nationalen Gesellschaft entstanden. Diesen Betrieb trifft überhaupt keine Schuld und hier von Privatisierung als Lösung zu sprechen macht keinen Sinn. (Übrigens: die Trinkwasserversorgung von Malmedy geschieht ebenfalls durch die SWDE mit Wasser aus Robertville und nicht durch ENGIE).

Privatisierung einer Versorgung mit einem so lebenswichtigen Gut wie das Wasser ist eine heikle Sache. Das sollte man nicht Investoren überlassen, bei denen Gewinnmaximierung an erster Stelle steht. Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen,

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