Corona-Welle sorgt für Alarmstimmung - Wird die Tour zur Lotterie?

<p>Jumbo Visma stieg nach einigen Corona-Fällen als erstes Team bei der Tour de Suisse aus.</p>
Jumbo Visma stieg nach einigen Corona-Fällen als erstes Team bei der Tour de Suisse aus. | Foto: Photo News

Steigende Infektionszahlen in Europa, die Tour de Suisse als Corona-Farce und ein Tour-Champion Tadej Pogacar, der wieder Maske trägt: Weniger als zwei Wochen vor dem Start der Tour de France herrscht im Radsport höchste Alarmstimmung. Die Corona-Sommerwelle lässt die Branche zittern. „Unserem Sport zuliebe hoffe ich nicht, dass es nur noch eine Lotterie wird“, sagt Teamchef Ralph Denk vom deutschen Rennstall Bora-hansgrohe: „Die Sorge ist da. Es kann schon einschlagen.“

Nach zahlreichen Corona-Fällen mussten mehr als 40 Radprofis die Tour de Suisse vorzeitig beenden. Auch im Bora-Team gab es drei Fälle, darunter den des Russen Alexander Wlassow, der einen Tag nach seinem Etappensieg und der Eroberung des Gelben Trikots aussteigen musste. Auch das direkte Umfeld von Pogacar, der am Sonntag die heimische Slowenien-Rundfahrt gewann und damit eine erfolgreiche Tour-Generalprobe bestritt, war betroffen. Ein Teamkollege wurde positiv getestet, ein weiterer sicherheitshalber aus dem Rennen genommen.

„Wir isolieren uns, so gut es geht“, sagt Pogacar, „an den ersten beiden Tagen haben wir Autogramme geschrieben und Fotos mit den Leuten gemacht. Nun bleiben wir auf Abstand, denn wir wollen bei der Tour am Start stehen.“

Die Teams sind aufgeschreckt, insbesondere in der Schweiz waren die Fahrer reihenweise positiv getestet worden. „Wir dachten eigentlich, dass wir all das hinter uns gelassen haben“, sagte Geraint Thomas, der Gewinner der Frankreich-Rundfahrt 2018. Der Waliser ist sportlich gerüstet, holte sich in der Schweiz erstmals den Gesamtsieg.

Sagan zum dritten Mal in 18 Monaten positiv getestet

Vier Teams verließen aber wegen der Fälle ganz das Rennen, andere stellten zum Schluss nur noch eine Rumpfmannschaft, wie Bora-hansgrohe. „Ich kreuze die Finger, dass ich kein Corona bekomme“, sagt der Deutsche Meister Maximilian Schachmann, der bereits zu Beginn des Jahres nach einer Corona-Erkrankung und einem schweren Infekt zurückgeworfen worden war. Wlassow war als Mann für die Gesamtwertung bei der Frankreich-Rundfahrt vorgesehen. „Wir haben es nicht aufgegeben. Es besteht schon noch eine Chance. Man muss jetzt mal eine Woche abwarten. Wenn er negativ ist, kann er wieder auf das Rad steigen. Im Moment trainiert er nicht“, erklärt Denk.

Auch die Mannschaft von Pogacars Rivalen Primoz Roglic war betroffen. Jumbo-Visma verließ als erstes das Rennen, weshalb nun zunächst kein Fahrer aus dem Schweiz-Aufgebot zu Roglic ins Trainingslager nach Tignes reisen wird. Zum Abschluss erwischte es auch den dreimaligen Weltmeister Peter Sagan, für den es bereits der dritte positive Corona-Test in 18 Monaten war. (dpa/leo)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment