Ich gehe davon aus, dass wenn der Covid-19-Impfstoff seine Versprechen hält und die in Umfragen bekundete Impfwilligkeit stimmt, die Gefahr einer Überlastung unserer Gesundheitssysteme nicht mehr gegeben ist. Diejenigen, die sich impfen lassen, glauben, dass das damit verbundene Risiko für sie geringer ist, als das mit einer potentiellen Corona-Infektion verbundene. Sie haben für diesen Glauben ihre guten und persönlichen Gründe, die aber nicht ausreichen, um ihren Glauben als wissenschaftliche Gewissheit zu postulieren. Die anderen haben für ihre Zweifel ebenfalls ihre guten Gründe. Die Impf-Frage ist demzufolge eine persönliche Glaubensfrage. Warum also den Geimpften diese Sonderrechte einräumen, deren Glaubensrichtung in dem Maße privilegieren? Das Thema Corona ist von Politik und Medien derart aufgeladen worden, dass kaum jemand um eine sichtbare Positionierung umhinkommt, siehe Umgang mit der Maske (das neue „Kreuz“). Es hat was von Gottesstaat, in dem die „Gläubigen“ (Corona-Bekämpfer) es kaum aushalten, dass andere Menschen ihren Glauben nicht teilen. Erstere empfinden deren „Unglauben“ als permanente Bedrohung, die darin besteht, dass die Zweifler ihre Glaubensbrüder verunsichern, oder gar bewirken könnten, dass sie vom Glauben abfallen. Dieser potentielle Glaubensabfall wird als derartige existentielle Bedrohung empfunden, dass Freiheitsentzug als zulässiges Mittel zur Überzeugung der Ungläubigen betrachtet wird.
Impfpass, das neue „Gelb“?
Kommentare
Hinweis: Dieser Leserbrief war eine Reaktion auf den GE-Artikel "Kommt der europäische Corona-Impfpass?"
Übrigens veranschaulicht die Begründung des Urteils einer Polizeirichterin von Antwerpen vor zwei Wochen diesen im Leserbrief beschriebenen „Glaubenskrieg“ ziemlich genau.
(https://www.grenzecho.net/48345/artikel/2021-01-11/jugendliche-wegen-loc...)
Statt dass die Richterin sich mit der Auflistung der „Vergehen“ der jugendlichen Partyfreunde begnügt, überhöht sie diese zu einem Sakrileg, das darin besteht, dass die Jugendlichen den „rechten Glauben“ (der Mehrheit?!) an den Nutzen der Corona-Maßnahmen verhöhnen („Damit zeigen sie eine tiefe Verachtung für diejenigen, die sich an die Maßnahmen halten“). Des Weiteren nimmt sie den Jugendlichen übel, dass sie mit ihrem Tun das Festhalten am „rechten Glauben“ der anderen gefährdet. („Wenn diese Menschen sehen, wie manche die Regeln schlichtweg ignorieren, wird es für sie umso schwieriger, durchzuhalten“). Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass ihre Strafe so hart ausfällt, nicht, weil ein Gesetz gebrochen wurde, sondern weil die Jugendlichen den Glauben an die Corona-Maßnahmen nicht teilen. („Deshalb muss ein solch asoziales, egoistisches und BEDROHLICHES Verhalten hart bestraft werden“)
Man stelle sich vor, die Richterin würde im Falle eines banalen Diebstahls derart argumentieren: „Die Diebe zeigen eine tiefe Verachtung für diejenigen, die nicht stehlen, und wenn Ottonormalverbraucher das sieht, wird es ihm schwer fallen, nicht auch zum Dieb zu werden.“ Einfach lächerlich!
Ich würde mir wünschen, dass insbesondere alle Richter sich den Beitrag von Annemie Schaus, Rektorin der ULB, im Le Soir vom 22.01.2021 zu Herzen nehmen würden: https://plus.lesoir.be/350708/article/2021-01-22/carte-blanche-une-gener....
"Das Gute an Wissenschaft ist, dass sie wahr ist, ob man daran glaubt oder nicht." Neil deGrasse Tyson
Bei Ihrer Argumentation gibt es ein Problem, Herr Hezel. Ihre Aussage trifft auf Naturwissenschaften zu, nicht auf alle Wissenschaften, z.B. Geisteswissenschaften.
Die Biologie ist eine Naturwissenschaft.
Die Chemie und auch die Physik sind Naturwissenschaften.
Die Medizin ist der Definition nach eher eine Disziplin, die sich naturwissenschaftlicher Erkenntnisse bedient, genau so wie es die Technik tut. Medizin und Technik resultieren aus den Erkenntnissen der verschiedensten Naturwissenschaften.
Medizin ebenso wie die Technik beruhen auch auf ERFAHRUNG der angewandten Kenntnisse. Die bekannteste Methodik ist wohl "Versuch und Irrtum".
Wie man dieses bei der Thematik 'Corona' interpretiert, darüber wurde noch nicht das letzte Wort gesprochen, da die Corona-Krise noch nicht vorbei ist.
Hoffentlich erweisen sich viele Versuche nicht doch als Irrtum.
Herr Schmitz,
glauben Sie wirklich an den Quatsch, den Sie da fabulieren? Traurig, dass Sie einfach alles, aber auch wirklich alles, was nicht aus Ihrer Feder stammt, als Quatsch titulieren. Nicht nur die Wissenschaft , jetzt auch die Gerichtsbarkeit, wird von Ihnen an den Pranger gestellt:
Es gibt kein Corona-Problem
Impfen ist ungesund
Gerichte treffen die falschen Entscheidungen
und und und
Und dann immer diese fantastischen Vergleiche (Diebstahle, Autoraser,...)
Ich hoffe für Sie, dass Sie sich nicht infizieren. Denn dann wäre Ihnen Ihre Gesundheit egal, aber Ihr Glaube/Ihre Arroganz würde Ihnen mehr weh tun.
Traurig!
Herr Scholzen, Lektionen in Wissenschaft von jemandem, der den Treibhauseffekt leugnet, der schon seit Jahren wissenschaftlich erwiesenen ist und erforscht wird, klingen nicht sonderlich glaubwürdig...
Nur der Verdeutlichung wegen:
Die „Gläubigen“ des Herrn Schmitz sind die Wissenschaftler und die auf dem Fundament der Vernunft, des gesunden Menschenverstandes und der Empathie handelnden „Bekämpfer“ der Pandemie.
Die „Zweifler“ sind die Querdenker, Verschwörungstheoretiker, Querulanten und Besserwisser, deren oft narzisstische Veranlagung und - im Falle von Herrn Schmitz, Besessenheit - zu kruden, verblendeten Ansichten führt.
Nein, dies hat nichts damit zu tun, um den besseren Weg, die bessere Maßnahme oder das bessere Konzept zu streiten. Ginge es darum, müssten wir bereit sein, unsere freiheitliche Demokratie gänzlich in Frage zu stellen.
Ein Virus interessiert sich nicht für Grundgesetze und Verfassungen und auch nicht für das Freiheitsbedürfnis von Trockennasenaffen, die fälschlicherweise davon ausgehen, dass Freiheitsrechte Naturgesetze sind und nicht in einem gesellschaftlich-politischen Prozess zu verhandelnde Positionen.
Die „existentielle Bedrohung“ des Herrn Schmitz wird dadurch deutlich, dass er keinen Artikel im GE unkommentiert lassen kann, indem Virologen, Epidemiologen oder jeder, der die Pandemie ernst nimmt, einen Beitrag zu deren Eindämmung leisten. Dass er auch dieses Handeln jetzt ins Gegenteil verkehrt, passt ins Bild der bedrohten Kreatur.
Herr Schmitz ist kein Zweifler. Es geht ihm letztlich auch nicht um seine „ihm zustehende Freiheit“. Indem er nicht davor zurück schreckt, Fakten zu verdrehen und bei so ziemlich jeder „Bewertung“ sachlicher und fachlicher Zusammenhänge alles zu relativieren, zu diskreditieren und infrage zustellen, was den Weg in eine Normalität ebnen könnte, stellt er sich seiner Freiheit täglich selbst in den Weg.
Wenn das vermeintliche Freiheitsbedürfnis zu zwanghaftem Verhalten führt, bleibt in erster Linie die Freiheit - und nicht nur die - auf der Strecke.
"Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum oben auf, und es ist ihm wohl und behaglich, im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist."
Johann Wolfgang von Goethe
Herr Hetzel, lesen Sie eigentlich Ihr Geschreibsel vorher durch, bevor Sie es losschicken? Herr Scholzen "leugnet" den seit Jahren wissenschaftlich bewiesenen Treibhauseffekt? Wo haben Sie denn diese "Wahrheit" her?
Herr Wahl, wenn Sie Ihr eigenes "Geschreibsel" auf der Internetseite ihres "Gegenpol"-Stammtisches lesen würden, wüssten Sie, woher ich diese "Wahrheit" habe...
Wenn Sie schon selbst nicht mehr wissen, was Sie schreiben, dann ist ihnen wohl wirklich nicht mehr zu helfen...
[Zweiter Versuch]
Sehr geehrter Herr Hezel,
Die Bewertung von Neil deGrasse Tysons Aussage erfordert eine genauere Definition von „Wissenschaft“. Wenn er „exakte Wissenschaften“ meinte, stimme ich ihm uneingeschränkt zu. Meinte er aber (auch) „empirische Wissenschaften“, so sieht die Sache schon ganz anders aus.
Letztere erlauben sich z.B. Aussagen wie
a) „Tote in Verbindung mit Corona“, oder
b) „…auf der Grundlage der Gesamtheit der verfügbaren wissenschaftlichen Nachweise kann vernünftigerweise davon ausgegangen werden, dass der Pfizer-BioNTech COVID-19-Impfstoff bei der Prävention von COVID-19 bei Personen ab 16 Jahren wirksam sein kann“, oder
c) „…der bekannte und mögliche Nutzen des Impfstoffs Pfizer-BioNTech COVID-19 bei der Anwendung bei Personen ab 16 Jahren seine bekannten und möglichen Risiken überwiegt.“
Die beiden letzten Aussagen stammen übrigens aus dem Bericht der FDA zur Notzulassung des Biontech-Impfstoffs. Man achte auf die zahlreichen Konjunktive („kann“, „möglich“, „vernünftigerweise“ etc.), deren Verwendung letztendlich den Unterschied zwischen „exakter“ und „empirischer“ Wissenschaft ausmacht. (https://www.fda.gov/media/144245/download)
Übrigens beobachtet Pfizer laut diesem Bericht die 43.000 Probanden noch bis November 2022 (!), bevor die Sicherheit des Impfstoffs abschließend bewertet wird.
Des Weiteren weist Pfizer daraufhin, dass sie keinerlei Aussage zur Wirkung ihres Impfstoffs bei schwangeren oder stillenden Müttern machen können.
Dass trotz dieser unverhohlenen Konjunktive sich Politiker und auch Wissenschaftler nicht scheuen, die Impfung als unbedenklich zu propagieren, wundert mich schon sehr.
Ach, Zitate, von denen gibt' für jeden Zweck welche. Für Herrn Scholzen und andere -leugner (Beliebiges Wort voranstellen):
"„Wenn man eine große Lüge erzählt und sie oft genug wiederholt, dann werden die Leute sie am Ende glauben."
Es wird (fälschlich?) einem anderen großen Deutschen zugeschrieben, der mindestens so bekannt ist wie der Herr Geheimrat von Goethe.
Auch wenn die Urheberschaft nicht gesichert ist, so ist doch der Wahrheitsgehalt des Zitates unstrittig. Manche hier wenden es allerdings so penetrant aufdringlich an, dass der Effekt sich ins Gegenteil verkehrt...
Auf der Suche nach dem EMA-Zulassungsbericht bin ich u.a. auf die sehr beunruhigenden Glaubenssätze der EU-Kommission gestoßen: (https://ec.europa.eu/germany/news/20201222-impfstoff-zulassung_de)
a) „Nur mit einem wirksamen und sicheren Impfstoff überwinden wir die Pandemie dauerhaft.“
b) „Sobald genügend Menschen geimpft sind, können wir allmählich zu einer gewissen Normalität zurückfinden.“
Dazu fallen mir direkt zwei Fragen ein:
1) Warum hat die EU bis heute nie die dauerhafte Überwindung der Grippe auf Ihre Fahnen geschrieben?
2) Was heißt „gewisse Normalität“?
Die weitere Lektüre des Textes entwickelt sich allmählich zu einer Zumutung für den Leser. Zum einen bezeichnet die EU-Kommission den Biontech-Impfstoff als wirksam und SICHER, erteilt dennoch nur eine „bedingte Zulassung“, mit der Begründung, dass „der Nutzen der sofortigen Verfügbarkeit des Arzneimittels die Risiken im Zusammenhang mit der unvollständigen Datenlage deutlich überwiegt.“ Aber sogar diese Bedingung wird später in Frage gestellt, indem die EU verlangt, dass die Hersteller „nach der Erteilung einer bedingten Zulassung innerhalb bestimmter Fristen weitere Daten vorlegen, um zu belegen, dass der Nutzen die Risiken nach wie vor überwiegt.“
Eine derartige Deformierung bis zur Unkenntlichkeit des Begriffs "sicher" schaffen wohl nur Politiker, bzw. deren Experten.
Die spezifischen Informationen bezüglich der Sicherheit des Impfstoffs fasst die EU-Kommission übrigens in ihrem Flyer „COVID-19-Impfstoffe: Die Sicherheit gewährleisten“ zusammen. Dieses Informationsblatt ist an Dürftigkeit nicht zu überbieten.
(file:///C:/Users/Gerhard/Downloads/Factsheet_5_-_Making_sure_they_are_safe_DE.pdf.pdf)
Herr Schmitz, kennen Sie ein einziges Medikament, das keine Nebenwirkungen haben kann? Nach dieser Logik müssten alle Hersteller "unverhohlen" sein und wir vollständig auf Medikamente verzichten. Glauben Sie ernsthaft, die Arzneimittelbehörden auf der ganzen Welt hätten Vakzine genehmigt, die nicht ein Mindestmaß an Sicherheit und Schutz bieten?
Sie versuchen den gesamten wissenschaftlichen Prozess zu diskreditieren, indem Sie die akribische Forschung, die zu Impfstoffen geführt haben, mit ihrem Wirkungsgrad und ihrer Verträglichkeit vermischen.
Wir warten auf Ihre bahnbrechenden Erkenntnisse, Forschungen und Fachpublikationen in Virologie, Medizin, Biochemie, Biostatistik, usw. um Ihre "Kritik" zu untermauern.
Sehr geehrter Herr Hezel,
Ich kenne in der Tat kein Medikament, dessen Einnahme quasi als Grundvoraussetzung für die Wiedererlangung der verfassungsmäßigen Grundrechte hochstilisiert wird.
Ich bin übrigens gespannt, ob die EMA den „akribisch“ forschenden russischen Wissenschaftlern auch so blind vertraut, wie den westlichen, und Sputnik V in wenigen Wochen durchwinken wird.
(https://www.mdr.de/wissen/corona-covid-impfung-russland-spuntik-v-zulass...)
Man "glaubt" sich in das Zeitalter der Religionskriege zurückversetzt, wenn man den Leserbrief des Herrn Schmitz liest. In die Zeit, als Katholiken und Protestanten sich erbittert auf Leben und Tod bekämpften und jeder "glaubte", allein über den rechten "Glauben" zu verfügen, der den "Ketzern" mit Gewalt aufgezwungen werden sollte.
Nicht weniger als 12 Mal der Wortstamm "glaube", das ist rekordverdächtig.
Mein Gott, zu was man sich doch versteigen kann.
Wir haben es hier mit einer Infektionskrankheit zu tun, deren Gefährlichkeit wohl kaum mehr in Zweifel gezogen werden kann.
Am Anfang stand völlige Unkenntnis, sowohl bei Wissenschaftlern als auch bei Politikern. Beide mussten unter enormem Zeitdruck handeln und konnten nicht warten, bis letzte Zweifel an der Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen geklärt waren.
Dabei muss sie Politik die elementarsten Regeln der Seuchenbekämpfung einsetzen und auch durchsetzen. Das schließt auch einen gewissen Zwang ein.
Wie soll das sonst gehen? Allein auf das Verantwortungsbewusstsein" des "mündigen" Bürgers" vertrauen? Siehe den Ansturm der Lemminge auf die Küste oder jetzt auf das Hohe Venn.
Dass Fehler begangen wurden und noch werden, ist eine Binsenweisheit. Das kann und muss diskutiert werden, kann aber nicht darin ausarten, alle Positionen als gleichwertig oder gleichberechtigt hinzustellen, nach dem Motto: an geraden Tagen Maske, an ungeraden keine.
"Die Impf-Frage ist demzufolge eine persönliche Glaubensfrage. Warum also den Geimpften diese Sonderrechte einräumen, deren Glaubensrichtung in dem Maße privilegieren?"
Welche Sonderrechte?
Wieso "Glaubensrichtung privilegieren"?
Bis jetzt ist noch niemand zu einer Impfung gezwungen wurden oder gar "mit Freiheitsentzug als zulässige[m] Mittel zur Überzeugung der Ungläubigen" bestraft worden.
Was soll diese Schwarzmalerei?
Ein schöner Satz: "Sie haben für diesen Glauben ihre guten und persönlichen Gründe, die aber nicht ausreichen, um ihren Glauben als wissenschaftliche Gewissheit zu postulieren."
Seit wann kann "Glaube" denn mit "wissenschaftlicher Gewissheit" "postuliert" werden?
Ein "Postulat" ist doch wohl eine unbewiesene oder unbeweisbare Aussage, die als wahr angenommen wird, die also nicht mit "wissenschaftlicher Gewissheit" bewiesen ist oder zu beweisen ist. So haben wir es jedenfalls mal in der Schule im Mathematikunterricht gelernt.
P.S. Wo die "Glaubenskrieger" eher zu verorten sind, kann man hier lesen:
https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/oberlausitz-in-sachsen-aerz...
https://www.openpetition.de/petition/online/appell-offener-brief-aus-gro...
Herr Schmitz, bei Impfungen geht es nicht darum, Grundrechte "wiederzuerlangen", sondern darum, Leben zu retten.
Sehr geehrter Herr Hezel,
Ich bezweifele, dass Sie sich der Tragweite der Aussage „Leben retten wichtiger als Grundrechte“ voll umfänglich bewusst sind. Auf den ersten Blick klingt das gut. Wer wollte da widersprechen? Aber bei genauerem Hinsehen wird klar, dass derlei Grundsatz das Ende einer freiheitlichen rechtsstaatlichen Gesellschaft bedeutet. Derlei Gesellschaft stellt die Würde des Menschen, die ohne Freiheit nicht denkbar ist, zur Disposition.
Denn die Welt ist so groß, dass wir auf absehbare Zeit keinen Zustand haben werden, wo nicht irgendwo menschliches Leben bedroht ist. Und der jeweilige Machthaber, ob demokratisch gewählt oder nicht, ob als Regierung oder als Diktator, könnte dank derlei Grundsatz die Grundrechte jedes Mal dann außer Kraft setzen, wenn er glaubt, dass dies in seinem Sinne ist.
Denn er allein beantwortet dann u.a. folgende Fragen:
a) Welche Gefahr begründet die Ausrufung des „Notstands“? COVID-19, Hungersnot in Afrika oder Nierenkrebs?
b) Welches Leben „muss“ gerettet werden? Dasjenige des Pflegeheimbewohners, des Flüchtlings im Boot auf dem Mittelmeer, oder des Nierenkrebskranken?
c) Welche Maßnahme wird als „verhältnismäßig“ erachtet? Lockdown, Seenotrettung, oder Organspendezwang (i.e. wer 2 gesunde Nieren hat, muss auf Anfrage eine hergeben)?
Das einzige wirksame Mittel, ein Abdriften unser Gesellschaft in eine solche „sanitäre Diktatur“ zu verhindern, deren Verfassungsartikel 1 „Leben retten heiligt jedes Mittel“ lauten würde, ist die Meißlung des anderen Artikels 1 „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ in Granit! Und dann gleich Artikel 2 dazu „Die Würde des Menschen setzt dessen Freiheit voraus.“
Ich bin der festen Überzeugung, dass der freiheitliche, seiner Würde nicht beraubte Mensch am besten gewappnet ist, allein oder gemeinschaftlich jedwede Bedrohung bestmöglich abzuwehren. Wer dem Menschen, sei es im guten Glauben, seine Würde nimmt, wird, auch wenn er zwischenzeitlich und kurzfristige „Teilerfolge“ erzwingen kann, letztendlich vor einem riesigen Scherbenhaufen stehen.
Herr Schmitz, bitte legen Sie mir keine "Aussagen" in den Mund, die ich nicht gemacht habe.
Mit ihrem unablässlichen kruden Relativierungen ("keinen Zustand haben werden, wo nicht irgendwo menschliches Leben bedroht ist", also dass Menschliches Leben auf absehbare Zeit ja sowieso überall auf der Welt irgendwie bedroht sei = Whataboutism bzw. 'ja, aber') zeigen Sie nur einmal mehr, dass ihnen an der Gesundheit ihrer Mitmenschen im hier und heute nur recht wenig zu liegen scheint..
Sicherlich muss über Sinn und Zweck der Maßnahmen debattiert werden, aber bitte doch ohne ständig Freiheiten und Grundrechte so darzustellen, als seien sie absolute Rechte ohne jeglichen Rahmen und Kontext, und vor allem, als seien diese Grundrechte ein Freifahrtschein dafür, die Gesundheit anderer zu gefährden.
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