In mehreren Fragen an den Wallonischen Energieminister Philippe Henry (Ecolo) konnte die Regionalabgeordnete Anne Kelleter (ebenfalls Ecolo) einige Aspekte klären.
„Ich stehe im engen Kontakt mit der Gemeinde und unterstütze das Vorhaben für einen Windpark im Wald südlich von Raeren. Die positiven Erfahrungen aus dem ersten wallonischen Windparkprojekt im Wald (in der Gemeinde Lierneux) zeigen, dass so ein Projekt möglich und auch wirtschaftlich lohnend ist”, so die Regionalabgeordnete. In Lierneux produzieren sechs Windräder mit einer Gesamtkapazität von 36,7GWh grüne Energie, was dem Stromverbrauch von 9.200 Haushalten oder der Einsparung von jährlich 16.000 Tonnen CO2 entspricht. Wie bei dem Vorhaben in Raeren steht der Windpark in Lierneux in einem Nadelwald. Das sei wichtig, weil so durch die Installation der Windräder kein biologisch wertvoller Lebensraum zerstört werde, so der Minister. Der Einfluss der Windräder auf Flora und Fauna werde in Lierneux regelmäßig kontrolliert. Ein Lastenheft schreibe Ausgleichsmaßnahmen vor. Des Weiteren würden Maßnahmen getroffen, um die Akzeptanz der Bevölkerung für das Projekt zu erhöhen, zum Beispiel durch neue Wanderwege und eine didaktische Beschilderung. Der Park respektiere die Abstände zum Wohngebiet und die weitere Holzproduktion an dem Standort sei gewährleistet.
Nach der positiven Erfahrung in Lierneux gibt es jetzt schon drei weitere Projekte in der Wallonie, bei denen Windkrafträder im Wald entstehen sollen. In der Gemeinde Trois-Ponts, bei Stoumont in der Gemeinde Aywaille und in der Gemeinde Houffalize.
Anne Kelleter bezeichnete das grenzüberschreitend angedachte Raerener Projekt als „ein echtes Modellprojekt”. Die EU dränge darauf, dass Mitgliedsstaaten beim Ausbau von erneuerbaren Energien stärker zusammen arbeiten. Dennoch wäre die Raerener Überlegung, den Raerener Windpark aus praktischen Gründen an das deutsche Stromnetz anzuschließen, nach ihren Recherchen in dieser grenzüberschreitenden Form eine Premiere auf dem europäischen Festland. Der wallonische Energieminister bestätigte der ostbelgischen Abgeordneten, dass die grünen Zertifikate dem Produzenten zukommen, auch wenn der Strom über Deutschland abtransportiert würde.
„Wir leben im vereinten Europa. Das muss sich auch im Alltag der Menschen bemerkbar machen. Bei der Mobilität, in Gesundheitsfragen und eben auch in der Energieproduktion. Die Antwort des Ministers ist eine sehr gute Nachricht für die Gemeinde, nicht nur finanziell, sondern weil sie so auch zu den Klimazielen der Wallonie beiträgt”, so Anne Kelleter. (red)

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