Kinderzug in Kelmis in allerbester Stimmung

<p>Marc François, der Clown mit der dicken Drumm, liebt die alten Karnevalslieder aus Mainz und Köln.</p>
Marc François, der Clown mit der dicken Drumm, liebt die alten Karnevalslieder aus Mainz und Köln. | Foto: Klaus Schlupp

„Nee des is koi Meenzer Bub, dat is ene Kelemeser Jong!“ Aber Marc François, der Clown mit der dicken Drumm, liebt die alten Karnevalslieder aus Mainz und Köln, wie „Humba Täterä“ die er laut schmettert. Er mag den alten Karneval, das Narrentreiben, das Verkleiden und das Spiel, das gerne auch mal politisch sein kann.

Mit Sicherheit hat er Gefallen an den Schülern des César-Franck-Athenäums gefunden. „Vorsicht, spielende Kinder“, heißt es auf den Umhängen der Schüler. Viele tragen auch Tempo-30-Schilder. „Einige Schüler sind beinahe angefahren worden“, erzählt Joline (10). Nachdem Pastor Jean Pohlen den Schlusssegen der Heiligen Messe gesprochen hat, geht es auf dem Kirchplatz weiter.

Allein an Prinzen mangelt es. Lediglich Prinzessin Maylis-Kaelynn I. und ihre Pagen Emilie und Maëva, die auch schon in der Kirche Fürbitten vorgetragen haben, vertreten neben den Exprinzen das jecke Herrschertum. Aber diese Prinzessin braucht keine kleinen und großen Prinzen neben sich. Die neunjährige Welkenraedterin hat eine derartige Ausstrahlung, Bühnenpräsenz und Spaß am Karneval, dass sie und ihre Pagen alles prima alleine rocken können. Souverän, witzig und charmant agiert sie mit Bürgermeister Luc Frank, als es um die Inbesitzname des Gemeindeschlüssels geht und singt ihr dreisprachiges Prinzenmedley.

Kinder spielen die Hauptrollen in dem fröhlichen Zug.

Der Kelmiser Kinderzug ist ein Zug der Kinder, und die spielen tatsächlich die Hauptrollen. Es sind die Jüngsten der KKG 1927 Hergenrath, die als bunte Jelly Bellies mitlaufen, es sind Kindergärten und Schulen oder auch die KG „Lustige Brüder“ mit grellroten Perücken. Dieser Zug ist einfach fröhlich.

Manchmal ist sogar der Fiffi kostümiert. Labradorhündin „Bella“ zeigt stolz ihr von Frauchen selbstgenähtes Dirndl. „An Rosenmontag ziehe ich mich selber so an“, sagt Herrchen Jean Drooghaag, der beim Kinderzug allerdings zivil trägt. Nun stellt sich die Karnevalspolizei auf, um für Sicherheit zu sorgen. Gleich dahinter folgt die Kgl. Harmonie Hombourg. Gleich drei Harmonien laufen mit, neben den Hombourgern auch eine aus Moresnet und eine aus Sint Maartens Voeren. Livemusik beim Karnevalszug ist doch immer am Schönsten.

Jede Menge Wurfmaterial verteilen die kleinen Jecken unters Volk. Eine Beamtin der Polizeizone Weser-Göhl kann sich vor Geschenken nicht retten. Offenbar wollen die Kinder der Polizei ein Dankeschön für die Sicherheit im Straßenverkehr und beim Karneval sagen. Jedenfalls hat die sichtbar vergnügte Polizistin alle Hände voll mit Klümpchen, Chipstüten und co. Alles defiliert an Prinzessin Maylis-Kaelynn und ihren Pagen vorbei, die am Gemeindehaus huldvoll den Zug abnehmen und am Schluss ihren Platz auf dem Prinzenwagen einnehmen.

„Der Bus nach Raeren kommt noch“, verkündet „dat Müske“. In einigen Raerener Sitzungen hat die schlagfertige junge Rednerin ihrem Kelmiser Onkel „Wöösch“ verkündet, dass der Karneval im Töpferdorf doch viel schöner sei als in der Galmeigemeinde, wo der Bus nach Raeren das Schönste am Karneval sei. Jetzt steht sie nebst Onkel und Tante auf dem Kirchplatz und wartet auf den Höhepunkt des Kinderzuges.

Und der kommt. Die Exprinzen bilden ein Spalier, und der Küsch betritt mit ängstlich schauenden Augen das Rondell. Jetzt darf Prinzessin Maylis-Kaelynn höchstpersönlich die Fackel in die Hand nehmen und mit tatkräftiger Hilfe des Bürgermeisters das Schwein seiner Bestimmung zuführen. Langsam züngeln die Flammen, der brennende Küsch schwebt am Stahlseil nach oben. Dann steigt die Polonaise mit der Prionzessin an der Spitze und den singenden Exprinzen hinterher. „Dat Müske“ genießt das Schauspiel sichtlich vergnügt. Offensichtlich können die Kelmiser auch prima Karneval feiern. Ein Bus nach Raeren ist hier keinesfalls nötig. Zumal: Nach Hause geht jetzt keiner. Denn auf der Bühne sorgen „Gino und Marlon“, sowie Gruppen aus den Kelmiser Schulen und Vereinen für überbordende Stimmung und jede Menge Spaß.

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