Zuletzt war bekannt geworden, dass der US-amerikanische Geheimdienst CIA und der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) heimlich die Crypto AG, die Chiffriergeräte zur Verschlüsselung geheimer Kommunikation in alle Welt verkaufte, erworben hatten.
Das brachten Recherchen von ZDF, der schweizerischen SRF und der Zeitung „Washington Post“ ans Licht. Die Besitzverhältnisse wurden demnach über eine Stiftung in Liechtenstein verschleiert. Die Crypto-Geräte wurden so manipuliert, dass BND und CIA diese Kommunikation trotz Verschlüsselung mitlesen konnten. In Deutschland hatte der frühere Kanzleramtsminister Bernd Schmidbauer (CDU) die Geheimdienstaktivitäten dieser „Operation Rubikon“ bestätigt. Der deutsche BND sei allerdings Anfang der 90er Jahre ausgestiegen, hieß es.
Verteidigungsminister Philippe Goffin räumte am Mittwoch bei einer Sitzung der Kammerkommission für Verteidigungspolitik ein, dass das Ministerium bereits in den 50er Jahren Chiffriergeräte bei der Crypto AG gekauft hatte. „Diese wurden bis Mitte der 60er Jahre gebraucht, um die Kommunikation zu Operationen im Ausland zu verschlüsseln“, fügte der Minister hinzu. Seitdem habe die belgische Armee dann aber nur noch Chiffriergeräte gekauft, die von der NATO und der Europäischen Union gutgeheißen wurden. Diese seien in zwei europäischen Ländern hergestellt worden. Darüber hinaus habe das belgische Verteidigungsministerium auch eigene nationale Chiffriermaschinen genutzt, die von der heimischen Industrie oder an belgischen Universitäten entwickelt worden seien, so Philippe Goffin. Das Verteidigungsministerium nicht Bescheid gewusst, dass es Probleme mit dem Material der Crypto AG gibt. (belga/dpa)

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