Anstieg neuer Virusfälle wächst langsamer - Erneut 73 Tote in China

<p>Beamte in Schutzanzügen stehen in der Nähe des Kreuzfahrtschiffs „Diamond Princess“ im Hafen von Yokohama. An Bord des unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes in Japan sind weitere 41 Fälle des neuen Coronavirus festgestellt worden.</p>
Beamte in Schutzanzügen stehen in der Nähe des Kreuzfahrtschiffs „Diamond Princess“ im Hafen von Yokohama. An Bord des unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes in Japan sind weitere 41 Fälle des neuen Coronavirus festgestellt worden. | Foto: Eugene Hoshiko/AP/dpa

Der tägliche Anstieg der neu bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in China scheint sich leicht stabilisiert zu haben – ist aber weiter sehr hoch. Die Zahl der Ansteckungen legte bis Freitag erneut um 3.143 zu. Damit sind 31.161 Virusfälle bestätigt, wie die Gesundheitskommission in Peking berichtete. Es war der zweite Tag in Folge, an dem nicht mehr neue Ansteckungen als am Vortag gemeldet wurden. Innerhalb eines Tages starben aber wieder 73 Patienten an der neuartigen Lungenkrankheit – so viele wie am Vortag. Damit sind in China schon 636 Todesfälle zu beklagen.

Ob mit den neuen Zahlen bereits ein weitergehender Trend bei den Ansteckungen erkennbar ist, scheint offen, da die Statistik auch mit der Zahl der laufenden Untersuchungen schwanken kann. Zudem sind weiter mehr als 26.000 Verdachtsfälle registriert. Der Verlauf der Epidemie ist aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch schwer vorherzusagen. Außerhalb der besonders betroffenen Gebiete in Zentralchina scheine die Lage in China im Moment relativ stabil zu sein, sagte WHO-Experte Michael Ryan in Genf.

Außerhalb von Festland-China sind in mehr als zwei Dutzend Ländern mehr als 270 Infektionen und zwei Todesfälle bestätigt. An Bord eines unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes in Japan wurden weitere 41 Infektionen festgestellt, wie das japanische Gesundheitsministerium bekanntgab. Damit erhöht sich die Zahl auf dem Schiff auf 61. Die Betroffenen werden in Krankenhäuser gebracht. Die übrigen der insgesamt 2666 Passagiere, etwa die Hälfte davon Japaner, sowie 1045 Crew-Mitglieder sollen bis 19. Februar an Bord bleiben.

<p>Das Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ liegt im Hafen von Yokohama. An Bord des unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes in Japan sind weitere 41 Fälle des neuen Coronavirus festgestellt worden.</p>
Das Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ liegt im Hafen von Yokohama. An Bord des unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes in Japan sind weitere 41 Fälle des neuen Coronavirus festgestellt worden. | Foto: Sadayuki Goto/Kyodo News/AP/dpa

Von den neu Infizierten sind 21 Japaner. Rund 120 Passagiere und Crewmitglieder hätten Symptome wie Husten und Fieber gezeigt, berichtete das Gesundheitsministerium. Weitere 153 hatten engen Kontakt mit ihnen gehabt. Von ihnen allen wurden Proben genommen.

Auch in Hongkong liegt ein Kreuzfahrtschiff mit mehr als 1.800 Passagieren und 1.800 Crewmitgliedern fest. Bei drei Menschen, die im Januar mit der „World Dream“ gereist waren, war das Virus festgestellt worden. Da das Schiff seither noch dreimal in Hongkong angelegt hatte, wurden weitere 5.000 Passagiere aufgefordert, Kontakt mit den Behörden aufzunehmen, wenn sie sich nicht wohl fühlen.

Aus Angst vor dem Virus wurde auch die Art Basel Hong Kong, eine der renommiertesten Kunstmessen Asiens, abgesagt. Der Veranstalter MCH Group begründete die Entscheidung mit verschiedenen Faktoren, die „alle eine Folge der Verbreitung des Coronavirus“ seien. Darunter seien die Sorge um die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten und der Besucher sowie die „großen logistischen Herausforderungen“ beim Transport der Kunstwerke und beim Aufbau. Die Messe sollte vom 19. bis 21. März in der Hafenmetropole stattfinden.

In China gab es ein prominentes Opfer: Der Augenarzt Li Wenliang, der schon am 30. Dezember vor dem Virus gewarnt hatte, starb am Donnerstagabend. Alle Bemühungen, ihn zu retten, seien vergeblich gewesen, berichtete das Zentrale Hospital von Wuhan. „Wir bedauern es zutiefst und trauern.“ Li Wenliang und sieben weitere Teilnehmer einer Online-Diskussionsgruppe von Medizinern waren nach ihrer Warnung von der Polizei vorgeladen und verwarnt worden. Auch mussten sie unterschreiben, dass sie nichts mehr über den Ausbruch enthüllen. Später infizierte sich der Arzt selbst bei einer Patientin. (dpa)

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