Die Welt trauert um „Black Mamba“ Kobe Bryant

<p>Kobe Bryant bleibt als Ikone des Sport in Erinnerung.</p>
Kobe Bryant bleibt als Ikone des Sport in Erinnerung. | Foto: Photo News

An diesem traurigen Abend wollte in der Stadt der Engel niemand schlafen. Tausende Fans weinten in den Straßen von Los Angeles und ließen Kerzen brennen für Kobe Bryant, ihren verstorbenen Star. Mehr als ein Sportidol war gegangen, das war allen sofort klar. Sogar Soulstar Alicia Keys sang später bei den Grammy Awards in dessen Heim-Arena tief ergriffen für den toten Kobe. Da hatten die größten Ikonen des Basketballs ihre rührenden Botschaften schon längst in den Orbit geschickt - an den einen von ihnen, der zu früh gehen musste.

Michael Jordan etwa schrieb: „Worte können nicht den Schmerz ausdrücken, den ich fühle. Ich habe Kobe geliebt - er war wie ein kleiner Bruder für mich.“ Auch Deutschlands Superstar Dirk Nowitzki twitterte, der Tod der „Black Mamba“ treffe ihn „wirklich hart“. Er habe „so viele rund um die Welt inspiriert, mich eingeschlossen, Du wirst immer vermisst werden“, so Nowitzki. Magic Johnson (“Es ist so hart zu akzeptieren“) und Bryants alter Teamkollege Shaquille O'Neal (“Es gibt keine Worte, um die Schmerzen auszudrücken“) reagierten gleichermaßen schockiert.

Der tragische Helikopterabsturz, der am Sonntag neben Bryant auch dessen Tochter Gianna (13) und sieben weitere Menschen aus dem Leben riss, erschütterte die Welt über den Sport hinaus. So wurde die Grammy-Verleihung im Staples Center - der Heimstätte der Los Angeles Lakers, für die Bryant 20 Jahre lang gespielt hatte - in der Nacht zum Montag kurzerhand dem fünfmaligen NBA-Champion gewidmet.

„Wir stehen hier mit gebrochenem Herzen buchstäblich in dem Haus, das Kobe Bryant gebaut hat“, sagte Keys, die durch den Abend führte, in ihrer Ansprache. Später improvisierte sie zu Ehren der beim Unfall Verstorbenen mit der R&B-Gruppe Boyz II Men den Klassiker „It's so hard to say goodbye to yesterday“. Gleichzeitig wurden die Lakers-Trikots mit den Nummern 8 und 24, die nach Bryants Rücktritt 2016 nicht mehr vergeben werden, immer wieder ins Programm eingebunden.

Bryant war so groß, sein Tod hat staatstragende Züge. US-Präsident Donald Trump, dessen Vorgänger Barack Obama und das Internationale Olympische Komitee (IOC) meldeten sich allesamt zu Wort. „Schrecklich“ finde Trump den Vorfall, Obama wandte sich an Bryants Frau Vanessa und wünschte der gesamten Familie Kraft. Für IOC-Präsident Thomas Bach war der frühere Meister-Dribbler ein „wahrer Olympiasieger“, der die Kraft des Sports genutzt habe, „um Menschenleben zu verändern“. Bryant hatte mit den USA 2008 in Peking und 2012 in London Olympia-Gold gewonnen.

In der NBA, wo Bryant lediglich für die Lakers (1996 bis 2016) spielte, war die Anteilnahme ebenfalls groß. Bei nahezu jeder Begegnung am Sonntag provozierten die Mannschaften zu Beginn der Partie eine Strafe, indem sie das Ablaufen der Wurfuhr in Kauf nahmen. In der NBA bleiben für jeden Angriff 24 Sekunden Zeit - dieselbe Zahl wie Bryants berühmte Rückennummer. Nowitzkis ehemaliger Klub Dallas Mavericks teilte am Sonntag mit, er wolle die Rückennummer 24 in Gedenken an Bryant nicht mehr vergeben.

Die Ursache des Absturzes ist

noch nicht geklärt.

Warum der Helikopter am Sonntagmorgen in Calabasas, einem Vorort im Nordwesten von Los Angeles, abstürzte, ist weiterhin nicht geklärt. Wie ESPN mit Berufung auf Ermittlungskreise berichtet, habe sich der Hubschrauber bei starkem Nebel im Steigflug befunden, bevor er abstürzte. Laut US-Medien war die Maschine des Typs Sikorsky S-76 auf dem Weg zur Mamba Sports Academy in Newbury Park, ungefähr 137 Kilometer entfernt vom Abflugort in Santa Ana, Gianna sollte am Zielort an einem Basketball-Spiel teilnehmen. Dort kamen sie aber niemals an. (sid)

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