Am Dienstagabend fand im Parlament der DG im Zuge einer Interpellation von Colin Kraft (CSP) an die Adresse der zuständigen Ministerin Isabelle Weykmans (PFF) eine Debatte zum Thema Zukunft der Medien in der DG statt. Der Auslöser war das Ersuchen des GrenzEcho um eine substanzielle Erhöhung der bisherigen Pressebeihilfe. Die Regierung hat ihre Bereitschaft dazu bekundet. Für eine von der Ministerin angekündigte Reform des Mediendekretes mahnt die überwiegende Mehrheit im Parlament einen breiten Konsens an.
Pressebeihilfen sind ebenso wenig wie öffentlich-rechtliche Medien eine Erfindung der DG und auch keine belgische Besonderheit. Genauso sind die aktuellen wirtschaftlichen Probleme der Medienhäuser kein ostbelgisches, sondern ein weltweites Phänomen: Auch in Ostbelgien geht die Zahl der Abonnenten der einzig noch verbliebenen Tageszeitung GrenzEcho zurück, genau wie die Werbeeinnahmen. „Bereits seit vielen Jahren“, so Direktor Olivier Verdin, „stützen wir finanziell die Tageszeitung mit den vielen anderen Aktivitäten unseres Verlages“. „Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen“, ergänzt Herausgeber Ernst Thommessen, „und müssen schließlich auch dafür sorgen, dass die Löhne und Gehälter unserer mehr als 40 Mitarbeiter, davon die Hälfte Journalisten, gezahlt werden können“. Das war einer der Gründe, warum das GrenzEcho bereits vor Jahren die Stärke eines der führenden Verlage des Landes, Rossel, gesucht hat. Rossel, das ist an erster Stelle die Tageszeitung „Le Soir“, die seit über 100 Jahren für unabhängigen Journalismus in Belgien steht. Der gleichen Unabhängigkeit war und ist das GrenzEcho verpflichtet. „Daran wird sich auch nichts ändern, wenn die Pressebeihilfe erhöht wird“, versichert GE-Chefredakteur Oswald Schröder. „Die DG braucht als kleine Gemeinschaft eine starke demokratische Kontrolle“, ergänzt er. „Um die noch besser zu gewährleisten, müssen wir als ‘vierte Säule der Demokratie’ unsere wirtschaftliche Unabhängigkeit stärken.“ Das GE fühlt sich seinen Lesern verpflichtet, seit über 90 Jahren, seit 30 Jahren als pluralistische Zeitung. Deshalb begrüßen wir die Debatte und die angestrebte Erhöhung der Pressebeihilfe: zur Sicherung der Qualität Ihrer Zeitung. (red)

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