Dafür wurden innerhalb von zwei Wochen mehr als 35.000 Unterschriften gesammelt. In Ostbelgien haben mehr als 1.200 Menschen die Initiative unterstützt, teilte die Krankenkasse mit. Pflegende Angehörige sind Menschen, die sich um nahestehende Personen, die von einem Verlust ihrer Eigenständigkeit betroffen sind, kümmern. Pflegende Angehörige bieten Betreuung, Begleitung und Unterstützung: 14 Prozent unter ihnen sind noch keine 18 Jahre alt. Im Durchschnitt verbringt ein pflegender Angehöriger 4,2 Stunden am Tag damit, zu helfen. 71 Prozent der pflegenden Angehörigen sind Frauen; 30 Prozent der pflegenden Angehörigen mussten ihren Job aufgeben. Durch den Einsatz eines pflegenden Angehörigen werden gesellschaftliche Ausgaben in Höhe von durchschnittlich 1.197 Euro pro Monat vermieden, hieß es.
Immer mehr Menschen werden in den kommenden Jahren auf die Unterstützung eines Angehörigen angewiesen sein: Die Bevölkerungsalterung wird zu einem erheblichen Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen und damit zu einem erhöhten Bedarf an Hilfe und Pflege führen. Angepasste Alternativen sind entweder nicht vorhanden oder unzugänglich. In den Augen der Christlichen Krankenkasse ist es daher unumgänglich, die Situation der pflegenden Angehörigen anzuerkennen und ihnen spezifische Rechte zu ermöglichen. In Absprache mit dem Freiwilligensektor ist es notwendig, geeignete Lösungen und Unterstützungssysteme zu entwickeln, die den spezifischen Bedürfnissen der pflegenden Angehörigen gerecht werden. Dabei ist darauf zu achten, dass sie nicht als Ersatz für Pflege- und Betreuungsfachkräfte dienen.
„Was wir mit dieser Petition erreichen wollten“, erklärt Jean Hermesse, Generalsekretär der Christlichen Krankenkasse, „ist zum einen, das Bewusstsein für das Thema der pflegenden Angehörigen zu schärfen. Die Begeisterung, die diese Kampagne ausgelöst hat, bestärkt uns in dieser Hinsicht. Andererseits wünschen wir uns eine Verpflichtung zur Verbesserung ihrer Rechte und insbesondere der Rechtsansprüche wie besonderer Urlaub oder Zeitguthaben, ausreichendes Ersatzeinkommen, Zugang zu bestehenden Leistungen wie Sozialtarifen, Beihilfen usw. Deshalb sind wir im Kabinett der föderalen Gesundheitsministerin vorstellig geworden, um die 35.651 Unterschriften unserer Petition persönlich abzugeben und damit den vielen Menschen, die uns ergreifende Erfahrungsberichte hinterlassen haben, zu versichern, dass sie gehört werden.“
Die CKK stellt betroffenen Personen den Dienst „AutonoME – Lösungen für ein Leben zu Hause“ zur Seite. Weitere Informationen unter 087/32 43 38, www.rechte-pflegende-angehoerige.be, www.ckk-mc.be/autonomie und auf Facebook. (red)

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