Zu Recht: Denn was das US-amerikanische Ensemble im Zuge seiner auf ein Jahr angelegten Worldtour zu seinem vierzigsten Geburtstag während rund neunzig Minuten geboten hatte, war buchstäblich Weltklasse. Und das mit einem Programm, das stilistisch wie stimmlich äußerst höchsten Ansprüchen genügte und erst zum Finale zu populären Ufern aufbrach.
Geboten wurde „Musica Sacra“ aus dem 16. und 20. Jahrhundert, zunächst Werke rund um das Thema „Upon this Rock“, heißt: „Auf diesem Felsen“, gemäß der Evangelienaussage „Du bist Petrus, der Fels, und auf diesem Felsen werde ich meine Kirche bauen“ (Matthäus 16,18). Hierunter neben vier Ordinarien aus der Missa „Tu es Petrus“ von Giovanni Pierluigi da Palestrina vielschichtige Motetten der Renaissance von den einst blühenden Höfen und Kapellen in Rom, Sevilla, Dresden, Cambrai oder London.
Im zweiten Teil kam in der bekannt inspirierenden Akustik der Rocherather Pfarrkirche Francis Poulenc mit seinen ungemein eindringlichen „Quatre petites prières“ nach schlichten Texten des Friedensapostels Franz von Assisi zu Ehren, ehe die zwölf Sänger von „Chanticleer“ dem urtypischen amerikanischen Genre Spiritual/Gospel in ebenso erhabener wie swingender Art frönten. Kein Wunder, dass das Publikum dem Ensemble aus San Francisco (das im Rahmen seiner kleinen Deutschland-Tour einen Schlenker nach Ostbelgien machte) durch lautstarke Standing Ovations noch zwei Zugaben „abzwang“, hierunter als friedvolle Botschaft in die Nacht das ungemein tiefsinnige „We shall walk trough the valley in peace“ in einem Arrangement ihres verstorbenen Gründers Joseph Jennigs. (nemo)

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