„Für viele Opfer sexueller Gewalt ist es ein großer Schritt, Hilfe zu suchen. Sie sind von Schuld- oder Schamgefühl geplagt, oder es fällt ihnen schwer, über das Erlebte zu sprechen. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Schwelle für Hilfe so niedrig wie möglich halten. Opfer sexueller Gewalt können sich daher ab heute über eine Online-Chatfunktion völlig anonym an eines der Betreuungszentren wenden“, kündigte Peeters an.
Seit 2017 gibt es in Gent, Brüssel und Lüttich Betreuungszentren für Opfer sexueller Gewalt. Diese Einrichtungen arbeiten eng mit Krankenhäusern zusammen und bieten alle möglichen Hilfsangebote - von medizinischen Untersuchungen, über Traumabewältigung, bis hin zu Beratung und Unterstützung durch Polizei und Staatsanwaltschaft.
Bisher konnten sich Opfer telefonisch an die Zentren wenden. Weil es einigen Opfern leichter fällt, das Erlebte aufzuschreiben, als darüber zu sprechen, wurde die Chatfunktion als zusätzliche Möglichkeit der Kontaktaufnahme eingeführt. Die Psychologen am anderen Ende sorgen dann dafür, dass den Opfern die nötige Hilfe zuteil wird.
Ursprünglich handelte es sich bei den drei Betreuungszentren um Pilotprojekte mit einer Laufzeit bis Ende 2019. Anfang März hatte Minister Peeters angekündigt, dass er permanente Ressourcen für die Zentren gefunden habe und weitere Zentren in Charleroi, Antwerpen und Löwen geschaffen werden.
Zwischen Oktober 2017 und März 2019 haben sich 1.281 Opfer sexueller Gewalt an eines der drei Betreuungszentren gewandt. „Das sind viel mehr als erwartet“, so Peeters. (belga)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren