Visahandel: Melikan Kucam muss weiter in U-Haft bleiben

<p>Melikan Kucam bei seiner Eidesleistung im Stadtrat von Mecheln</p>
Melikan Kucam bei seiner Eidesleistung im Stadtrat von Mecheln | Foto: belga

Wie die Nachrichtenagentur belga berichtet, hat Kucams Anwalt, Walter Damen, gegen das Urteil Berufung eingelegt - die wurde aber abgelehnt.

Der 44-jährige Kucam soll mit humanitären Visa privat ordentlich Kasse gemacht haben. Bis zu 10.000 Euro habe er für ein humanitäres Visum, das Menschen, die internationalen Schutz benötigen, eine sichere und legale Einreise in die EU ermöglicht, kassiert. Bei seinen Kunden handelte es sich vornehmlich um Christen aus Syrien und dem Irak. Die Vorwürfe weist Kucam entschieden zurück.

Mitte Januar war der flämische Lokalpolitiker, der einer assyrisch christlichen Familie, die seit 1983 in Mecheln lebt, entstammt, festgenommen worden.

Medial aufgedeckt wurde der Skandal – insofern er sich bewahrheitet – durch das VRT-Reportage-Magazin „Pano“. Parallel zu den Recherchen des flämischen Fernsehens war auch die Justiz an der Sache dran.

Für viele Kammerabgeordnete ist der Name Melikan Kucam nur die Spitze des Eisbergs. Denn in ihren Augen ist unter anderem der frühere Staatssekretär für Asyl und Migration, Theo Francken (N-VA), für den lukrativen Visahandel mitverantwortlich. Schließlich habe Franckens Kabinett mit Kucam zusammengearbeitet.

Theo Francken: „Jedenfalls scheint es, dass mein Vertrauen missbraucht wurde.“

Theo Francken hatte mitte Februar im Innenausschuss der Kammer Stellung zur Affäre bezogen. In seiner Erklärung bekräftigte er, dass es keine „VIP-Behandlung“ für Personen gegeben habe, die über Vermittler ein Visum erhielten. Der N-VA-Politiker gab zudem zu Protokoll, dass er „auf Ehre und Gewissen“ gehandelt habe, wenn es darum ging, dass Vermittler für das Kabinett humanitäre Visa für Ostchristen aus Syrien organisieren sollten. „Habe ich einen Fehler gemacht? War ich leichtgläubig? Diese Fragen beschäftigen mich. Jedenfalls scheint es, dass mein Vertrauen missbraucht wurde“, sagte Francken, der für eine „polizeiliche Überprüfung“ der Akt plädierte. (belga/calü)

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