N-VA fordert verlängerte Ladenöffnungszeiten und will verpflichtenden Ruhetag abschaffen

<p>Abends länger einkaufen? Kunden würden das Angebot sicher annehmen.</p>
Abends länger einkaufen? Kunden würden das Angebot sicher annehmen.


Derzeit dürfen die Ladenöffnungszeiten an sechs Tagen in der Woche zwischen 5 Uhr morgens und 20 Uhr abends variieren. Ausschließlich an Freitagen und Werktagen vor Feiertagen sind verlängerte Öffnungszeiten bis 21 Uhr zulässig. Natürlich gibt es Ausnahmen, beispielsweise für Nightshops und Geschäfte in touristischen Zentren. Außerdem können die Gemeinden anlässlich besonderer Events eine begrenzte Anzahl Sonderregeln einräumen. Die N-VA will die Ausnahme jetzt aber zur Regel machen, sodass die Geschäfte an allen Tagen von 5 bis 21 Uhr geöffnet sein dürfen, und die Geschäftsleute zudem von der Pflicht entbinden, ihr Geschäft an einem festen Tag in der Woche zu schließen.

Nach Ansicht von N-VA würde die Änderung den Händlern mehr Freiheit geben und Kunden eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen. Der N-VA-Abgeordnete Werner Janssen betont, dass die verlängerten Öffnungszeiten nicht zwingend vorgeschrieben sind: „Jeder Händler soll sich überlegen können, ob es eine gute Sache für sein Geschäft ist oder nicht.“

Im Jahr 2015 hatte die Open VLD bereits einen Vorstoß gewagt und vorgeschlagen, die Öffnungszeiten bis 22 Uhr am Abend zu verlängern, sich jedoch mit der Idee nicht durchsetzen können.

Die neutrale Selbstständigengewerkschaft SNI und der flämische Mittelstandsverband Unizo sind gegen eine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten: „Eine Umfrage, die wir im vergangenen Jahr in diesem Sektor durchgeführt haben, ergab, dass mehr als 70 Prozent der Händler gegen eine Verlängerung der Öffnungszeiten und die Abschaffung des Ruhetages sind“, sagt Unizo-Vorsitzender Danny Van Assche.  „Außerdem würde die Abschaffung des Ruhetages zu einem unlauteren Wettbewerb zwischen Einzelhändlern und Geschäften, die sich Personal leisten können, führen.  Das wäre für uns inakzeptabel.“

Ganz abgesehen davon, dass „es bereits jetzt schon schwierig ist, Personal zu finden, geschweige denn zu atypischen Zeiten“, wären verlängerte Öffnungszeiten mit höheren Personalkosten für den Einzelhandel verbunden. Zu mehr Umsatz würde das im Gegenzug aber nicht führen, prognostoziert SNI-Präsidentin Christine Mattheeuws: „Die Verbraucher können ihren Euro nur einmal ausgeben. Sie werden nicht mehr einkaufen, sondern anders.“ (belga/vrt)

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