Hat Vias öffentliche Gelder abgezweigt? – Verkehrssicherheitsinstitut bestreitet Vorwürfe

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Vias führt im Auftrag der Regierung Verkehrssicherheitsstudien durch. | Illustrationsbild: dpa

Laut Recherchen der Zeitung „De Standaard“ trieb Vias die Kosten für Studien, die es im Auftrag der Föderalregierung durchführte, künstlich in die Höhe, etwa indem bis zu einem Drittel mehr Recherchestunden angegeben wurden, als tatsächlich aufgewendet. Der Aufschlag variiert von Projekt zu Projekt, aber wenn ein Forscher zum Beispiel 100 Stunden für ein subventioniertes Projekt aufgewendet hat, soll Vias der Regierung durchschnittlich 130 Stunden in Rechnung gestellt haben. Die Zeitung beruft sich dabei auf Dokumente, die sie einsehen konnte.

Jedes Jahr zahlt der Föderalstaat mindestens fünf Millionen Euro an Vias. Als Gegenleistung muss Vias eine bestimmte Anzahl von wissenschaftlichen Studien und anderen Veröffentlichungen vorlegen.

Unabhängig von dem Zeitungsbericht wird derzeit geprüft, wie Vias seine Zuschüsse einsetzt. Nach Angaben von „De Standaard“ ist die Firma, die diese Prüfung durchführt, auch im Besitz der Daten, aus denen hervorgeht, dass ein Drittel zu viel berechnet wurde. Sie untersucht ebenfalls, ob Vias für vom belgischen Staat bezahlte Studien einen Stundensatz veranschlagt, der deutlich über dem liegt, was bei ähnlichen Forschungsarbeiten üblich ist. Nach Angaben der Zeitung werde dem Staat ein Stundensatz von 100 Euro berechnet, während andere Kunden durchschnittlich 65 Euro pro Stunde zahlen.

Unterm Strich soll Vias dem Föderalstaat im vergangenen Jahr mindestens 1,5 Millionen Euro zu viel berechnet haben. Mehreren Quellen zufolge soll das Institut die dadurch frei werdenden Mittel zur Finanzierung anderer Abteilungen eingesetzt haben. Sieben Quellen, die mit den Abläufen bei Vias vertraut sind, bestätigen, dass das Unternehmen subventionierte Mitarbeiter für Aufträge eingestellt hat, die nichts mit der Regierung zu tun hatten, unter anderem in der Marketing- und Kommunikationsabteilung.

Vias bestreitet dieses Vorwürfe: „Diese Beschuldigungen sind schlichtweg falsch und beruhen auf verleumderischen Informationen aus nicht objektiven Quellen“, heißt es. Diese „nicht objektiven Quellen“ seien ehemalige Mitarbeiter, die aus „Boshaftigkeit falsche Behauptungen in die Welt setzen“.

„Vias hat nie öffentliche Gelder abgezweigt. Tatsächlich hat Vias in den letzten beiden Jahren (2020-2021) nicht einmal alle erwarteten Subventionen der Regierung in Anspruch genommen. Die jährlichen Zuschüsse, die wir erhalten, werden entsprechend den getroffenen Vereinbarungen und Abkommen verwendet. All dies wird von einem speziellen Ausschuss überwacht, in dem Regierungsvertreter all dies genau überwachen und genehmigen. Darüber hinaus werden wir von einem Wirtschaftsprüfer, der Finanzinspektion und dem Mobilitätsministerium geprüft“, so die Organisation.

Das Verkehrssicherheitsinstitut wirft der Zeitung Rufmord vor. Den Bericht bezeichnet es als „tendenziös und faktisch falsch“. (belga/sue)

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