In einem gemeinsamen Schreiben machen sie liturgische Vorschläge für einen „Gebetsmoment“ etwa in Anwesenheit von Familie und Freunden. Die Bischöfe geben unter anderem konkrete Textempfehlungen für Gebete, zum Beispiel: „Gott der Liebe und Treue, heute stehen wir vor dir, um dir zu danken, dass wir uns gefunden haben.“ Dabei müsse allerdings immer der Unterschied zum Sakrament der Ehe deutlich bleiben, betonen die Bischöfe in dem am Dienstag in Brüssel veröffentlichten Schreiben.
Es soll auch unter der Führung von Willy Bombeek, ehemaliger Sprecher des Katholischen Bildungswerks Flandern, eine Kontaktstelle für homosexuelle Menschen eingerichtet werden, um ihnen Seelsorge anzubieten. In belgischen und niederländischen Medien wurde die Erklärung als deutlicher Schritt der Öffnung gegenüber der LGBT-Gemeinschaft bewertet. Belgien – insbesondere die Region Flandern – ist traditionell ein stark katholisch geprägtes Land. „Ich denke, es ist wirklich bahnbrechend und in anderen Ländern nicht zu sehen, dass die Kirche sich so offen auf dem Papier äußert“, sagte Bombeek in der Hauptstadt. „Für viele LGBT-Menschen ist es enorm wichtig, dass sie ihre Liebe zueinander vor Gott feiern können, zusammen mit ihren Familien.“
Der Vatikan hatte im vergangenen Jahr klargestellt, dass es „nicht erlaubt“ sei, homosexuelle Partnerschaften zu segnen, da solche Verbindungen „nicht als objektiv auf die geoffenbarten Pläne Gottes hingeordnet anerkannt werden“ könnten. Das hatte in Belgien, Deutschland und anderen Ländern scharfe Kritik ausgelöst. In Deutschland fanden daraufhin in vielen Gemeinden Segnungsgottesdienste für queere Paare statt. Man kann solche Segnungen als gleichgeschlechtliches katholisches Paar aber nicht einfordern - es hängt ganz davon ab, ob der jeweilige Priester dazu bereit ist. (belga/dpa/calü)

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