Gesund essen: Lebensmittelvergleich mit Nutri-Score kann hinken

<p>Das vorrangige Ziel des Nutri-Score ist es, Einfluss auf das Kaufverhalten der Verbraucher zu nehmen, damit sie ohne allzu großen Aufwand gesündere Entscheidungen treffen können.</p>
Das vorrangige Ziel des Nutri-Score ist es, Einfluss auf das Kaufverhalten der Verbraucher zu nehmen, damit sie ohne allzu großen Aufwand gesündere Entscheidungen treffen können. | Foto: afp

Auf vielen Lebensmittelpackungen sieht man sie, die grün, gelb, orange oder rot hinterlegten Buchstaben A bis E: Der Nutri-Score, eine fünfstufige Skala, mit der die Nährwerte verarbeiteter Produkte auf einen Blick verglichen werden können. Ob ein Lebensmittel grundsätzlich gesund ist, sagt der Nutri-Score aber nicht aus.

Denn die Kennzeichnung, die Hersteller freiwillig verwenden, vergleicht nur Lebensmittel innerhalb einer bestimmten Produktkategorie miteinander - also etwa Tiefkühlpizzen mit Tiefkühlpizzen oder Schokomüsli mit Früchtemüsli.

Blick auf Nährwerttabelle kann sinnvoller sein

Eine Pizza könnte so etwa die höchste Bewertung, ein dunkelgrün hinterlegtes A haben, weil sie im Vergleich zu anderen Pizzen einen besser bewerteten Nährwert hat. Gesund oder gesünder als ein weniger gut abschneidendes Müsli muss sie deshalb aber nicht zwangsläufig sein. Bei unverarbeiteten Lebensmitteln wie Obst oder Gemüse wird der Nutri-Score in der Regel gar nicht verwendet.

Der Blick auf den Nutri-Score lohnt sich deshalb nur, um Lebensmittel einer Produktkategorie miteinander zu vergleichen. Hier gilt grundsätzlich: Je mehr Kalorien, Zucker, gesättigte Fettsäuren und Salz ein Lebensmittel enthält, desto schlechter die Bewertung.

Für den Vergleich zwischen verschiedenen Lebensmittelgruppen ist es sinnvoller, die Nährwert-Tabelle anzusehen, rät die Stiftung Gesundheitswissen. Hier müssen die Hersteller angeben, wie viel Gramm Fett, Zucker oder Salz ein Produkt pro 100 Gramm enthält.

Sieben Länder haben sich für die Einführung des Nutri-Score-Systems entschieden. Neben Frankreich, wo der Nutri-Score erfunden und 2017 zuerst eingeführt wurde, haben sich auch Belgien, Spanien, Deutschland, die Schweiz, die Niederlande und Luxemburg für dieses Kennzeichnungssystem entschieden. (dpa/calü)

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