Die Debatte um „kulturelle Aneignung“ ist vielschichtig. Wenn aber der renommierte Verlag Ravensburger Winnetou-Bücher wegen angeblich „rassistischer Inhalte“ aus dem Programm nimmt, so muss ich dies kopfschüttelnd hinnehmen.
Kritiker können wohl nicht unterscheiden, ob es sich um einen fiktionalen (!) Film – auf Basis einer Romanfigur – handelt, oder eben um eine wissenschaftlich-historische Darstellung! Das ist doch ein Unterschied oder? Müssen nun 99% aller Erzählungen, Romane, Verfilmungen usw. ausgehebelt werden, weil darin irgendwer, irgendwo „falsch“ dargestellt wird? Kommt es bald wieder zu Bücherverbrennungen?
Nicht wenige haben die – aus heutiger Sicht – kitschigen Winnetou-Filme geliebt und haben auf Seiten der Indianer (bewusst nicht in Anführungszeichen), also auf Seiten der Unterdrückten, resp. der Guten gestanden – und haben sich, aus diesem Impuls heraus, später mit der wahren Identität der indigenen Bevölkerung Nordamerikas beschäftigt! Ein Rassismusvorwurf ist daher deplatziert.
Auch Fridays for Future (bisher sympathisch) geht m.E. viel zu weit. Nirgendwo sonst wird globale Freiheit mehr praktiziert als in der Musik – bei der jede und jeder seine Inspiration durch Adaptation und Transformation bereits bestehender (oder auch neuer) Musik– und Kleidungsstile und ... Frisuren) ausleben darf! Wenn nun eine weiße Musikerin aufgrund ihrer Dreadlocks von einem Konzert ausgeladen wird, dann zeigt sich darin ein neuer verkappter Rassismus – der sich durch den kulturellen Hintereingang schleicht! Viele überhören dabei die rechtsextremen Claqueure...!
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