Johnson & Johnson für alle, Astrazeneca ab 41 Jahren, Schwangere haben Priorität

<p>Johnson &amp; Johnson wird in Belgien für alle Personen ab 18 Jahren zugelassen.</p>
Johnson & Johnson wird in Belgien für alle Personen ab 18 Jahren zugelassen. | Foto: dpa

Anfang dieser Woche hatte die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) zwar bestätigt, dass es einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff von Johnson & Johnson und einer Reihe von Fällen von seltenen Blutgerinnseln gibt. Doch laut EMA überwiegt der Nutzen des Impfstoffs das mögliche Risiko.

Somit kann der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson, der von der belgischen Firma Janssen entwickelt wurde und seit Samstag auch in den USA wieder voll eingesetzt wird, hierzulande uneingeschränkt gespritzt werden. Die ersten Lieferungen waren bereits vor wenigen Wochen in Belgien angekommen.

Und was ist mit Astrazeneca?

Auch hierzu hatte die EMA eine Stellungnahme abgegeben. Trotz seltener Fälle schwerer Thrombosen seien die Vorteile des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca nach Einschätzung der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) in allen Altersgruppen höher zu bewerten als die Risiken. Die Hirnvenenthrombosen kämen im Schnitt bei einer von 100.000 geimpften Personen vor, geht aus der Analyse der EMA-Experten hervor, die am Freitag in Amsterdam vorgelegt wurde. Dem gegenüber stehe aber die sehr starke Reduzierung der schweren Covid-19-Erkrankungen.

Die EMA hatte bereits zuvor nach Prüfung von Fällen von Hirnvenenthrombosen festgestellt, dass der Impfstoff uneingeschränkt verwendet werden könne. Dennoch hatten einige Staaten die Impfung eingeschränkt und etwa nur Personen über 55 oder 60 Jahre damit geimpft. Die EU-Kommission hatte die EMA mit der Analyse beauftragt, um nationalen Gesundheitsbehörden bei der Entscheidung über den Einsatz des Impfstoffes zu helfen. Die Experten hatten Daten zu Impfungen, Infektionsraten, Aufnahmen in Krankenhäuser und Sterblichkeit analysiert.

Die Gesundheitsminister des Landes, darunter aus der DG Minister Antonios Antoniadis (SP), haben am Samstagmorgen auf Grundlage der Analyse beschlossen, für Astrazeneca eine Altersgrenze zu belassen. Sie wird allerdings von 56 auf 40+ Jahre herabgesetzt. Das bedeutet also, dass auch 40-Jährige, die in diesem Jahr noch Geburtstag haben, mit Astrazeneca geimpft werden können. Antoniadis: „Durch ein sogenanntes Risk Benefit Model hat die EMA verschiedene Szenarien für verschiedene Altersgruppen und bei verschiedenen Inzidenzen durchgespielt. Dadurch hatten wir eine gute Entscheidungsgrundlage.“

Der DG-Gesundheitsminister hatte in der Konferenz zudem vorgeschlagen, die Impfung für Astrazeneca, ähnlich wie in manchen Bundesländern in Deutschland, für alle und ohne Priorisierung auf freiwilliger Basis möglich zu machen. Davon sah die Interministerielle Konferenz aber vorerst ab. Stattdessen setzten sie Schwangere ab sofort auf die Liste jener Personen, die prioritär (also in der aktuellen Phase 1B) geimpft werden sollen. Das bestätigte Antoniadis dem GrenzEcho. Der Hohe Gesundheitsrat hatte in dieser Woche eine entsprechende Stellungnahme abgegeben.

Und was bedeutet das für die Impfkampagne in der DG? Antoniadis: „Die heutigen Entscheidungen ermöglichen uns, weiter schnell zu impfen. Es droht keine Verlangsamung der Kampagne mehr.“ (mv/dpa)

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