Fremdschutz auf Kosten des Eigenschutzes?

Experte Van Gucht weist darauf hin, dass im Alltag keine FFP2-Masken mit einem Auslassventil verwendet werden sollten, weil diese die Freisetzung von Aerosolen nicht ausreichend verhindern. Ist also z.B ein Asthmatiker, der die bequemere (leichteres Ausatmen) und gesündere (weniger CO2-Rückatmung) FFP2-Maske mit Ventil tragen möchte, ein Egoist, weil er zuerst an seine eigene Gesundheit denkt? Dieser penetrante „Zwang zur Solidarität“ ist bisweilen unerträglich. Es drängt sich der Verdacht auf, dass Herrn Van Gucht „sein Sieg“ über das Virus weit wichtiger ist, als die Gesundheit des Einzelnen. Dass die „Pflicht zum Fremdschutz“ zu Lasten des „Rechts auf Eigenschutz“ derart propagiert wird, erachte ich als sehr problematisch. Sie bildet einen sehr fruchtbaren Boden für Schuldzuweisungen („DU bist schuld, wenn ICH krank werde!“), und demzufolge für eine weitere Spaltung der Gesellschaft zwischen vermeintlichen Opfern („Infizierten“) und vermeintlichen Tätern („Infizierenden“). Ich weiß nicht, ob den Entscheidungsträgern das bewusst ist, oder ob sie das sogar wollen.

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