„Goldene Reisepässe“ ist eine Umschreibung für die Vergabe von Staatsbürgerschaften eines EU-Landes gegen Geld. Seit Dienstagmorgen wird das Staatsoberhaupt von einem eigens gebildeten Ausschuss aus Parlamentariern und Juristen befragt.
Konkret geht es um zwei Reisen auf die Seychellen, die Anastasiades mit seiner Familie auf Einladung eines saudi-arabischen Prinzen unternommen haben soll. Der Prinz und 41 seiner Familienmitglieder hatten zuvor „Goldene Pässe“ erhalten, berichteten zyprische Medien. Zudem soll Anastasiades' Rechtsanwaltskanzlei verwickelt sein, die mittlerweile von seinen Töchtern geführt wird.
Die Vorwürfe sind der bisherige Höhepunkt eines handfesten Korruptionsskandals, der die Mittelmeerinsel seit Monaten fest im Griff hat. In die Vergabe zyprischer Staatsbürgerschaften gegen Geld sind weitere hochrangige Politiker und selbst die Kirche involviert. Die EU-Kommission leitete wegen der umstrittenen Praxis im Oktober ein Vertragsverletzungsverfahren sowohl gegen Zypern als auch Malta ein - denn mit einem zyprischen oder maltesischen „Goldenen Pass“ haben die Betreffenden alle Rechte eines EU-Bürgers. (dpa/calü)

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