Bei nicht genehmigten Demonstrationen gegen die Anti-Corona-Maßnahmen in Belgien sind am Sonntag in Brüssel mindestens 200 Menschen festgenommen worden. „Wir beenden die Demonstration außerhalb des Zentralbahnhofes“, erklärte die Brüsseler Polizei im Kurznachrichtendienst Twitter. Alle Teilnehmer könnten gehen, wenn sie identifiziert seien und kein Grund für eine Festnahme vorliege, hieß es. Unter den Festgenommenen seien auch viele Fußballfans, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei war mit großem Aufgebot vor Ort, nachdem es zuvor in den benachbarten Niederlanden zu Ausschreitungen bei Protesten gegen Ausgehverbote gekommen war. Befürchtet wird, dass das nach Belgien „überschwappen“ könnte.
Unterdessen haben sich über 40 Prozent der Belgier, die seit Anfang Januar von einer Auslandsreise aus der roten Zone zurückkehrten, keinem Screening-Test unterzogen, obwohl dieser eigentlich vorgeschrieben ist. Das geht aus Zahlen des Gesundheitsinstituts Sciensano hervor. Ende des letzten Jahres fiel der Beschluss, wonach Menschen, die aus den roten Zonen zurückkehren, unter Quarantäne gestellt und am ersten und siebten Tag nach ihrer Rückkehr getestet werden sollten. Wenn der zweite Test negativ ausfällt, ist die Quarantäne beendet. Sciensano hält diese Zahlen wöchentlich fest, basierend auf Daten des Passagierlokalisierungsformulars (PLF). Da aber einige Reisende das Formular nicht ausfüllen, geht man davon aus, dass die Zahlen noch höher sind. Justizminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD) hatte kürzlich angekündigt, dass diejenigen, die zurückkommen und sich nicht testen lassen, obwohl es Pflicht ist, mit einer Geldstrafe von 250 Euro belegt werden sollen. Um Corona-Erleichterungen für Studenten umzusetzen, ist offenbar die Einführung einer speziellen Sechser-Kontaktblase in Planung. Das hat die Ministerin für das Hochschulwesen der Französischen Gemeinschaft, Valérie Glatigny (MR), am Samstag in einem Zeitungsinterview angekündigt. dafür arbeite man mit den Kollegen in der DG (Lydia Klinkenberg, ProDG) und Flandern (Ben Weyts, N-VA) zusammen.
Als Reaktion auf die psychische Belastung vieler Jugendlicher sollte diese Kontaktblase oder „Kot-Bubble“ sechs Jugendlichen die Möglichkeit geben, miteinander zu interagieren. „Die Idee dieser Blase ist es, ein soziales Leben auf einem Campus zwischen sechs Studenten zu fördern, allerdings immer die gleichen“, so Glatigny im Interview mit der Brüsseler Tageszeitung „Le Soir“. Für sie wäre diese Sechser-Kontaktblase, die nicht unbedingt auf eine Studentenwohnung („Kot“) begrenzt sein soll, die Konsequenz aus der Wiederaufnahme von Präsenzveranstaltungen in der Hochschulbildung. „Wir wollen gemeinsam mit ihnen an diesem Konzept arbeiten, um eine möglichst sichere Rückkehr zum Präsenzunterricht zu schaffen“, fügte Glatigny hinzu, „außerdem werden wir uns mit den örtlichen Behörden, den Bildungseinrichtungen und den Studentenverbänden abstimmen“. Ein Datum für die mögliche Einführung konnte sie vor diesem Hintergrund noch nicht nennen. (belga/dpa/mv)

Kommentare
In Rußland gab es auch nicht genehmigte Demonstrationen!
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