Auch die EU-Kommission empfehle dringend, von allen nicht unbedingt nötigen Reisen abzusehen, sagte die Schwedin am Donnerstag in Brüssel. Zugleich sollten die EU-Staaten jedoch nicht zu drastische Maßnahmen ergreifen, die die wirtschaftliche Erholung erschweren oder das Gesundheitssystem behindern könnten. „Wir müssen einen ausgewogenen Ansatz haben“, sagte Johansson am Rande von Beratungen der EU-Innenminister.
Deutschlands Innenminister Horst Seehofer hatte am Donnerstag angekündigt, dass die deutsche Bundesregierung einen weitgehenden Einreisestopp aus Ländern vorbereite, in denen neue Varianten des Coronavirus besonders verbreitet sind - obwohl die Abstimmungen auf EU-Ebene noch laufen. Der CSU-Politiker begründete diesen Alleingang damit, dass keine europäische Lösung absehbar sei, die den deutschen Vorstellungen entspreche.
Noch am Montag hatte auch die EU-Kommission Maßnahmen für jene Länder vorgeschlagen, in denen die Virusmutationen stark verbreitet sind. Demnach soll für Reisen aus diesen Ländern eine verpflichtende zweiwöchige Selbstisolation eingeführt werden. Auch zusätzliche Coronatests bei der Ankunft könnten erwogen werden. Derzeit verhandeln die EU-Staaten noch darüber. Bereits in der vergangenen Woche hatten sich die EU-Staats- und Regierungschefs darauf verständigt, den Reiseverkehr so weit wie möglich auszubremsen. Belgien ging anschließend einen deutlichen Schritt weiter.
In unserem Land ist seit Mittwoch beispielsweise ein Verbot aller nicht notwendigen Reisen aus und in das Land in Kraft. Bis zum 1. März sind alle Urlaubs- und Freizeitreisen verboten. Ausnahmen gibt es etwa für Besuche bei einem Ehe- oder Lebenspartner sowie für Reisen aus beruflichen oder Studiengründen. Auch der Warenverkehr soll weiter fließen. (dpa/mv)

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