Studie: Weiter hohe Bereitschaft zur Migration in arabischer Welt

<p>Migranten aus Eritrea, Ägypten, Syrien und dem Sudan warten an Bord eines Holzbootes im Mittelmeer etwa 110 Meilen nördlich von Libyen darauf, von Helfern der spanischen NGO „Open Arms“ unterstützt zu werden. Zehn Jahre nach den arabischen Aufständen gibt es in mehreren Ländern der Region weiter eine hohe Bereitschaft zur Migration.</p>
Migranten aus Eritrea, Ägypten, Syrien und dem Sudan warten an Bord eines Holzbootes im Mittelmeer etwa 110 Meilen nördlich von Libyen darauf, von Helfern der spanischen NGO „Open Arms“ unterstützt zu werden. Zehn Jahre nach den arabischen Aufständen gibt es in mehreren Ländern der Region weiter eine hohe Bereitschaft zur Migration. | Foto: picture alliance/dpa/AP

So gaben im Libanon und in Tunesien jeweils rund ein Drittel der Befragten an, sie hätten in den vergangenen zwölf Monaten darüber nachgedacht, ihr Land zu verlassen. Eine große Mehrheit habe dafür wirtschaftliche Gründe genannt. Ziel sind demnach überwiegend Länder im Westen, vor allem Europa.

Allerdings ist der Libanon das einzige Land, in dem die Bereitschaft im Vergleich zu einer Umfrage 2018 stieg - und zwar von 26 auf 34 Prozent. Während sie in Tunesien der Studie zufolge unverändert blieb (jetzt 31 Prozent), sank sie in Marokko auf 19 Prozent, in Libyen und Algerien auf jeweils 16 Prozent. Die Studienautoren vermuten als Grund dafür die strikten Reisebeschränkungen während der Corona-Pandemie.

In Tunesien fällt auch die Zustimmung zur Demokratie am geringsten aus. Nur 33 Prozent bejahten dort die Frage, ob ihr Land ein parlamentarisches System mit freiem Parteienwettbewerb haben solle. Generell sehen nur relativ wenige Befragte ein repräsentatives Parlament als Teil der Lösung. Stattdessen fokussiere sich eine Mehrheit auf einen Anführer und seine Fähigkeit, notwendige Reformen zu machen. Die Bürger der Region seien frustriert, weil die Regierungen dabei versagt hätten, die zentralen Probleme zu beheben, die zum Ausbruch der Aufstände 2011 geführt hätten, so die Autoren. (dpa)

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