Von 2015 bis 2019 stieg deren Zahl demnach um 84 Prozent auf knapp 2300 jährlich. Die Kriminologin Andrea Darling von der Durham University bezeichnete die Zahlen als „Spitze des Eisbergs“, da von einer hohen Dunkelziffer auszugehen sei. Es gebe ein große Lücke beim Verständnis von Missbrauch durch Frauen. Oft würde missbräuchliches Verhalten bei Frauen eher „wegerklärt“ als bei Männern. Insgesamt gab es in dem untersuchten Zeitraum mehr als 10 400 angezeigte Fälle im Land - das entspricht etwa 40 pro Woche.
Auch Katherine Cox von der Hilfsorganisation Survivors UK geht der BBC zufolge davon aus, dass der Anstieg nicht zwangsläufig eine tatsächliche Zunahme des Missbrauchs abbildet, sondern eher zeigt, dass mittlerweile mehr Opfer sich trauten, Anzeige zu erstatten. Noch immer fürchteten viele Betroffene jedoch, man würde ihnen nicht glauben. Die britische Regierung kündigte eine Strategie an, um Kindesmissbrauch effektiver zu bekämpfen. Man wolle keinen „sicheren Raumen für Sexualtäter erlauben - ob online oder offline, männlich oder weiblich“, sagte ein Sprecher dem Sender. (dpa)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren