Der FC Nimmersatt lässt nicht locker

<p>Joshua Kimmich steht vor seinem Comeback nach zweimonatiger Verletzungspause.</p>
Joshua Kimmich steht vor seinem Comeback nach zweimonatiger Verletzungspause. | Foto: dpa

Karl-Heinz Rummenigge hat für seine letzten zwölf Monate als Bayern-Boss klare Vorstellungen. „Ich möchte auch 2021 wieder alles erreichen, was möglich ist.“ Das heißt: Ehe Vorstandschef Rummenigge „seinen“ Klub Ende des Jahres an Nachfolger Oliver Kahn übergibt, soll bitteschön das dritte Triple her – und der Trophäenschrank im Vereinsmuseum aus allen Nähten platzen.

„Wir sind jetzt in allen Bereichen weltweit die Nummer eins, und diese Position wollen wir verteidigen und ausbauen“, sagte Rummenigge in seinem Ausblick im Klubmagazin 51 und versprach: „Unsere Spieler werden nicht lockerlassen.“ Und das ungeachtet des Mammutprogramms mit bis zu 38 Pflichtspielen in nur 146 Tagen bis Ende Mai. „Es wird eine große Herausforderung für uns, top zu bleiben, aber wir sind bereit dafür“, versichert Weltfußballer Robert Lewandowski.

Das Jahr 2020, betonte Rummenigge, würden sie sich an der Säbener Straße am liebsten „mit Goldrand“ einrahmen lassen. 42 Siege in 48 Pflichtspielen bei einer einzigen Niederlage, Meisterschaft, Pokalsieg, Triumph in der Champions League, europäischer und deutscher Supercup-Sieger sowie zahlreiche individuelle Auszeichnungen - mehr geht nicht. Aber, betonte Rummenigge, „es geht immer weiter“. Und so bläst der FC Nimmersatt ab Sonntag (18.00 Uhr) mit dem ungleichen Bundesliga-Duell gegen Kellerkind FSV Mainz 05 zur nächsten Titeljagd.

„Der FC Bayern hat überall das Ziel, die Nummer eins zu sein.“

„Überall, wo der FC Bayern antritt, hat er das Ziel, die Nummer eins zu sein, auch international“, sagte Präsident Herbert Hainer. Der nächste Pokal winkt schon im Februar bei der Klub-WM in Katar. Dann wollen die Bayern als zweiter Klub nach dem FC Barcelona (2009) auch die sechste mögliche Trophäe klarmachen. „Ich bin so ein Typ: Egal wie viele Titel ich gewinne, ich will immer mehr“, sagte Lewandowski gierig. Kapitän Manuel Neuer ergänzte: „Die anderen Mannschaften schlafen nicht, das wissen wir. Wir wollen den Flow mitnehmen.“

Was die ewig hungrigen Pokale-Hamster womöglich stoppen könnte? Vielleicht der enge Kalender. Von Sonntag bis zum Endspiel in der Königsklasse am 29. Mai in Istanbul erwarten die Bayern neben den 21 Partien in der Bundesliga und den zweien bei der Klub-Weltmeisterschaft bis zu fünf Spiele im DFB-Pokal, mögliche sieben in der Champions League und drei für ihre jeweiligen Nationalmannschaften – alle 3,8 Tage ein Kick.

Umso wichtiger ist es für Flick, dass er personell wieder aus dem Vollen schöpfen kann. Joshua Kimmich ist nach seinem gelungenen Comeback zum Jahresabschluss beim Kracher in Leverkusen (2:1) wieder ein Kandidat für die Startelf, auf anderen Positionen muss der Erfolgscoach vor dem Neustart allerdings knifflige Personalfragen lösen: Wen aus dem Abwehr-Trio Jerome Boateng, Niklas Süle und Benjamin Pavard lässt er draußen? Spielt links hinten der schnelle Alphonso Davies oder der bissige Zweikämpfer Lucas Hernandez? Und darf vorne trotz Formtiefs Serge Gnabry oder Sorgenkind Leroy Sane ran?

Abseits des Rasens will Karl-Heinz Rummenigge „bis zu meinem letzten Arbeitstag alles dafür tun, dass wir auch 2021 eine Saison erleben, die uns alle stolz und glücklich macht“. In seinem Schatten hat sich Kahn längst warmgelaufen. Der frühere Torwart-Titan verspricht „einen nahtlosen Übergang“. Sein „oberstes Ziel“ sei es dann, „diesen Verein so aufzustellen, dass er auch in Zukunft die größten Erfolge feiern kann“. Das Triple Nummer vier zum Beispiel. (sid)

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