Ein menschliches Jahr

In der Weihnachtsansprache von Dechant Helmut Schmitz hat mich sein Gedanke über die Menschlichkeit nachdenklich gemacht: Menschlichkeit ist die Perle der Schöpfung, leider allzu oft mit Staub überdeckt (nach Albert Schweitzer). Wir gebrauchen das Wort sehr oft in einem abwertenden Sinn, um Fehlverhalten und Schwächen zu entschuldigen: das ist menschlich, es menschelt... Menschlichkeit, menschlich sind edle Worte. Dürfen wir da nicht sagen: 2020 war ein menschliches Jahr. Sehr viel Edles, Großes, Liebevolles ist durch Menschen in die Welt gesetzt worden. Weihnachten ist wirklich das Krönungsfest dieses Jahres. Und der Tod war auch sehr präsent in diesem Jahr. Und auch er gehört zur edlen Menschlichkeit. Denken wir an den 2. Weihnachtstag! Entmenschlichen wir den Tod nicht allzu oft, machen etwas Schreckliches, ja Dämonisches aus ihm, etwas Unmenschliches, das nicht sein dürfte? Und dann wird er schrecklich, angsteinflößend und wir fliehen vor dem Feind. Nur das Annehmen, das Bejahen lässt über den Tod hinausblicken. Und noch eine Frage: Gehört Erfolg unbedingt zur Menschlichkeit? Schön, wenn er sich einstellt! Und wenn er ausbleibt...?

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