Rote Teufel können Revanche an Wales nehmen: Eine Reise in die Vergangenheit

<p>Die Roten Teufel waren in Lostopf 1 gesetzt.</p>
Die Roten Teufel waren in Lostopf 1 gesetzt. | Foto: belga

Im Jahr 2007 begann die Trainerkarriere des Spaniers im walisischen Swansea, dort, wo er zuvor als Spieler zu einer festen Größe in der Mannschaft gereift war. Ein Jahr später führte er den Klub nach 24 Jahren wieder in die zweite englische Liga. Er würde Swansea nur verlassen, wenn ihn jemand zwingen würde, gab er damals an. „Ich habe immer noch sehr gute Erinnerungen an diese Zeit“, blickt Martinez auf die beiden Spiele gegen die Waliser in der Gruppe E voraus, die jedoch nicht nur für ihn eine besondere Note besitzen dürften. Die Mannschaft um Stürmerstar Gareth Bale schaltete die Teufel bei der Europameisterschaft 2016 in Frankreich im Viertelfinale mit 3:1 aus – was das Ende von Marc Wilmots als Nationaltrainer bedeutete.

Belarus ist für die Teufel ein unbeschriebenes Blatt.

Es ist wohl dem Zufall zuzuschreiben, dass ausgerechnet Wales den Weg von Roberto Martinez zum belgischen Nationaltrainer ebnete. In anderthalb Jahren bietet sich nun die Chance zur Revanche für die bittere Niederlage. Generell haben Qualifikationsduelle zwischen den Teufeln und Wales eine kleine Tradition: Denn auch auf dem Weg zur den Weltmeisterschaften 1994, 1998 und 2014 sowie zur EM 2016 trafen beide Nationen aufeinander – jedes Mal schaffte Belgien den Sprung ins Turnier. Ein gutes Omen also?

Die Frage kann durchaus auch in den Fällen der beiden weiteren Gruppengegner Estland und Tschechien gestellt werden. Denn beim letzten Aufeinandertreffen, in der Qualifikationsrunde zur WM 2018, fegten Lukaku und Co. mit 8:1 über die Balten hinweg. Und dank zweier Erfolge gegen die Tschechen lösten die Teufel 2002 ihr Ticket für die damalige WM in Japan und Südkorea. Ein völlig unbeschriebenes Blatt ist hingegen Belarus, das weder in einem Pflicht- noch Freundschaftsspiel jemals mit Belgien auf dem Platz gestanden hat.

Als „Upcoming Teams“ beschrieb Roberto Martinez Wales und Tschechien – Mannschaften im Aufschwung, von denen einiges zu erwarten sei: „Sie verfügen über eine erfolgversprechenden Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Kräften.“ Belarus sei derweil ein „immer schwer zu bespielendes Land“ – auch wenn er diese Information nur von Trainerkollegen erhalten haben kann.

Als besondere Herausforderung wird sich hingegen das Zeitmanagement und die Fokussierung auf die diversen anstehenden Turniere erweisen. Denn alleine im Kalenderjahr 2021 stehen nun drei WM-Quali-Phasen (im März, im September und im Oktober/November), die Europameisterschaft im Juni/Juli sowie das Final Four der Nations League im Oktober auf dem Plan. „Da werden wir maximal gefordert. Die Periode im März wird am wichtigsten, um die 23 Spieler für die EM auszuwählen. Doch wir müssen jedes Mal in Topform sein. Denn wenn du deine Form nicht beibehältst, gerätst du in Schwierigkeiten“, weiß Martinez, der auf seinen Plan verweist: „Wir haben zwei Ziele: Zum einen, die Mannschaft für die Gegenwart – also die EM – vorzubereiten. Zum anderen, die jungen Spieler der Zukunft, die für die WM 2022 infrage kommen, an das Team heranzuführen.“

Rafael van der Vaart: „Für mich zählt Belgien zu den Favoriten.“

Bei der Auslosung mussten die Losfeen, Rafael van der Vaart (niederländischer WM-Finalist von 2010) und Daniele de Rossi (Weltmeister von 2006 mit Italien), einige Hindernisse umgehen. So durften manche Nationen aus geopolitischen Gründen nicht in dieselbe Gruppe gelost werden. Auch dürfen die geographischen Distanzen zwischen den Ländern nicht zu groß sein, und in einer Gruppe dürfen nicht mehr als zwei Nationen aus klimatisch instabilen Regionen zusammenkommen. Von alledem war Belgien jedoch nur indirekt betroffen. Denn sowohl Belarus als auch Estland waren zunächst in Gruppe C mit der Ukraine gelost worden, mussten aufgrund der politischen Konflikte jedoch eine Gruppe „weiterziehen“ – zu den Roten Teufeln.

Rafael van der Vaart stellte übrigens klar, dass er einiges von der Martinez-Elf erwartet: „Ich denke, dass Belgien stärker ist als bei der vorigen WM. Sie haben nun mehr Erfahrung und sind sowohl mit als auch ohne den Ball sehr stark. Für mich zählt Belgien zu den Favoriten.“

Nur die jeweiligen Gruppensieger qualifizieren sich direkt für die WM-Endrunde. Die zehn Gruppenzweiten und die besten beiden nicht zu diesen Teams zählenden Gruppensieger der jüngsten Nations-League-Runde kämpfen im März 2022 um die drei verbleibenden Plätze. Diese werden in drei Miniturnieren mit Halbfinale und Finale (je eine Partie) vergeben. (tf/sid)

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