„Wir leben aktuell in einer Wegwerfgesellschaft. Wenn wir die Ziele der Klimaneutralität bis 2050 erreichen wollen, müssen wir es schaffen, deutlich mehr Produkte als bislang reparierbar und recyclebar zu machen. Aktuell gelangen lediglich zwölf Prozent der Sekundärstoffe und -ressourcen in die Wirtschaft wieder zurück. Wir sind generell daran gewöhnt, Produkte nur einmal zu benutzen, bevor wir sie wegwerfen. Das muss sich ändern, wenn wir unsere Umwelt schützen und sparsamer mit unseren Rohstoffen umgehen wollen. Das gilt sowohl für Verbraucher als auch für die Industrie“, erklärt Pascal Arimont zum Hintergrund seiner Arbeit im Ausschuss.
„Aus Sicht des Industrie- und Forschungsausschusses war es mir besonders wichtig, zu unterstreichen, dass Europa zur Erreichung dieser Ziele viel stärker in Forschung investiert. Der nächste EU-Haushalt muss ein ehrgeiziges Forschungsprogramm ‚Horizon Europe‘ vorweisen, damit in dem Bereich der Kreislaufwirtschaft europäische Innovation geschaffen wird. Ferner geht es uns darum, der Industrie klare Vorgaben zu geben, insbesondere was Wiederverwertbarkeits- und Abfallvermeidungsziele angeht, so dass diese praktisch umgesetzt werden können. Kreislaufwirtschaft und Industriepolitik müssen Hand in Hand gehen“, macht der ostbelgische EU-Abgeordnete deutlich. „Auch die Digitalisierung muss beim Erreichen der Ziele eine wichtige Rolle spielen. Verbraucher sollen zum Beispiel über einen QR-Code Zugriff auf sogenannte ‚digitale Produktpässe‘ erhalten, durch die die Zusammensetzung des Produktes sowie dessen Lieferkette ersichtlich werden“, so Arimont. „Nicht zuletzt kann Europa durch eine bessere Nutzung seiner Rohstoffe – über Recycling und Wiederverwertung – viel unabhängiger von Rohstoffen aus Nicht-EU-Ländern werden. Das ist also nicht nur eine umweltpolitisch, sondern auch eine strategisch wichtige Frage“, betont der ostbelgische EU-Abgeordnete.
„Grundsätzlich geht es uns mit dieser Strategie darum, sehr konkrete Normen für nachhaltige Produktpolitik zu schaffen, um sicherzustellen, dass in der EU in Verkehr gebrachte Produkte so konzipiert sind, dass sie über eine längere Lebensdauer verfügen und leicht repariert oder recycelt werden können. Schon bei der Produktion sollen deutlich mehr recycelte Stoffe eingesetzt werden. Den Einsatz von Einwegprodukten wollen wir hingegen weiter stark einschränken – wie wir das bei bestimmten Einwegprodukten aus Kunststoff bereits geschafft haben“, verdeutlicht der ostbelgische EU-Abgeordnete. „Auch das leidige Thema der unnötigen und übertriebenen Verpackungen gehen wir an. Laut Studien beläuft sich die Menge der Verpackungsabfälle in Europa auf 173 Kilogramm pro Einwohner. Das muss durch klare Vorschriften deutlich reduziert werden. Die Plastikverpackung sollte bald der Vergangenheit angehören. Zumindest sollte Kunststoff in Zukunft biobasiert und biologisch abbaubar sein“, so Arimont abschließend.
Mit dem neuen Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft legt die EU ihre Strategie vor, wie der Lebenszyklus von Produkten verlängert wird – vom Design und der Herstellung bis zum Verbrauch, zur Reparatur, Wiederverwendung und zum Recycling. Der Aktionsplan ist wesentlicher Bestandteil des Europäischen Grünen Deals, denn rund die Hälfte der gesamten Treibhausgasemissionen stammt aus der Rohstoffgewinnung und -verarbeitung. Ziel ist es, unter anderem den Anteil wiederverwendbarer Materialen in der EU in den kommenden zehn Jahren zu verdoppeln. Eine funktionierende europäische Kreislaufwirtschaft soll sich zudem positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken, mit geschätzt 700.000 neuen Arbeitsplätzen. (red/sc)

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