„Die endgültige und wichtige Strafverfolgungs-Operation wird in den kommenden Tagen erfolgen“. International häuften sich Forderungen an die Konfliktparteien, an den Verhandlungstisch zu treten. Kenias Präsident Uhuru Kenyatta rief am Montag die Regierung Äthiopiens und die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) auf, „friedliche Mittel“ zu finden, um die Krise zu beenden.
Äthiopiens Regierung hatte nach Monaten der Spannungen zwischen Addis Abeba und der TPLF jüngst eine Offensive gegen die Rebellengruppe und Regierungspartei der nördlichen Region Tigray begonnen. Über die Lage vor Ort ist wenig bekannt, da Internet, Telefonverbindungen und Strom gekappt und Straßen blockiert sind. Tausende Menschen sind bereits ins Nachbarland Sudan geflohen und Hilfsorganisationen warnen vor einer humanitären Krise. Am Wochenende eskalierte die Situation, als die TPLF das Nachbarland Eritrea mit Raketen beschoss.
Die TPLF war die dominante Partei in der Parteienkoalition, die Äthiopien mehr als 25 Jahre lang mit harter Hand regierte. Doch als Abiy Ahmed 2018 an die Macht kam, brachte er Reformen auf den Weg, entfernte Funktionäre der alten Garde und gründete eine neue Partei, der die TPLF nicht beitrat. Die TPLF und viele Menschen in Tigray fühlen sich von der Zentralregierung nicht vertreten und wünschen sich größere Autonomie. Unter Abiy - der 2019 den Friedensnobelpreis erhielt - sind die ethnischen Spannungen in dem Vielvölkerstaat Äthiopien mit seinen rund 112 Millionen Einwohnern gestiegen. (dpa)

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