Diese Entwicklungen gehen aus einem Bericht von Fara (gemeinnützige Organisation, die bei Schwangerschaftsentscheidungen hilft) sowie Sensoa (flämisches Kompetenzzentrum für sexuelle Gesundheit) hervor.
Offizielle Statistiken zeigen seit einiger Zeit, dass die Zahl der jugendlichen Mütter von Jahr zu Jahr abnimmt. Da es keine Zahlen über Abtreibungen in unserem Land gibt, war es lange nicht möglich festzustellen, ob es mehr Abtreibungen gab. Die neuesten Infos zu diesem Thema stammen aus dem Jahr 2008. Zu Beginn dieses Jahres wurden die Zahlen allerdings bis einschließlich 2017 aktualisiert.
Sie zeigen nun, dass die Zahl der Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren, die schwanger werden, in sieben Jahren um 39 Prozent auf 3.638 im Jahr 2017 gesunken ist. Das sind zwölf pro 1.000 Mädchen. Die Mehrzahl der Teenagerschwangerschaften betraf ältere Jugendliche. Sie machten 68 Prozent der Schwangerschaften bei den 15- bis 19-Jährigen aus.
Auch die Zahl der Abtreibungen bei Jugendlichen sank um 29 Prozent auf 1.539 im Jahr 2017. Die Mehrheit der schwangeren Mädchen entschied sich daher dafür, schwanger zu bleiben: Die Abtreibungsrate lag bei 42 Prozent. Es gab aber Unterschiede innerhalb der Altersgruppen. Je jünger die Teenager waren, desto eher entschieden sie sich für die Abtreibung. So lag beispielsweise die Abtreibungsrate bei Schwangerschaften in der Gruppe der Zehn- bis 14-Jährigen bei 71 Prozent, bei den 15- bis 17-Jährigen sinkt sie auf 53 Prozent und bei den 18- und 19-Jährigen auf 37 Prozent.
„Weniger junge Mädchen werden schwanger“, bilanzieren Silke Brants (Fara) und Katrien Vermeire (Sensoa) in einem neuen Bericht. Sie sehen zwei mögliche Erklärungen: die rückläufige sexuelle Aktivität junger Frauen, wie die von UGent durchgeführte Studie „Jugend und Gesundheit“ belegt, und die politische Entscheidung, jungen Frauen die Kosten für Verhütungsmittel stärker zu erstatten.
Es gibt jedoch Unterschiede zwischen den Regionen. In Flandern wurden 2017 genau 1.500 Mädchen im Teenageralter schwanger, das sind 9 von 1.000. Sieben Jahre zuvor waren es noch 13,5 von 1.000. In absoluten Zahlen entspricht dies einem Rückgang von 38 Prozent. 43 Prozent nahmen einen Schwangerschaftsabbruch vor.
In Brüssel war der stärkste Rückgang bei den Teenagerschwangerschaften zu verzeichnen: Ihre Zahl halbierte sich auf 483 oder 15 pro 1.000 Mädchen. Die Wallonie hatte die höchste Zahl von Teenagerschwangerschaften trotz eines Rückgangs um 39 Prozent: 1.654 oder 16 pro 1.000 Mädchen. Die Abtreibungsrate ist in Brüssel am höchsten (52 Prozent) und in der Wallonie am niedrigsten (39 Prozent). (belga/mv)

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