Zwei Verdächtige wegen Verbreitung von Nacktfotos flämischer Prominenten verhaftet

<p>Stan Van Samang ist eines der Opfer.</p>
Stan Van Samang ist eines der Opfer. | Foto: belga

Gegen einen von ihnen wurde Haftbefehl erlassen, der andere wurde unter Auflagen freigelassen. Anfang September wurden Fotos, die flämische Prominente zeigen, in sozialen Netzwerken verbreitet. Die Opfer reichten daraufhin Klage ein.

„Der Untersuchungsrichter verwies den Fall im Zusammenhang mit einer Akte über die Verbreitung von Sexualbildern einer niederländischsprachigen Medienpersönlichkeit an die Abteilung für Computerkriminalität der föderalen Polizei mit dem Ziel, eine computergestützte und digitale Untersuchung durchzuführen, um die Verdächtigen bei der Verbreitung der Bilder zu identifizieren“, sagte die Brüsseler Staatsanwaltschaft am Mittwoch.

„Es wurden zwei Verdächtige identifiziert. Es sind zwei junge Männer, die ihre Beteiligung nicht leugnen. Einer wurde vom Untersuchungsrichter unter Haftbefehl gestellt. Er wird am Freitag vor der Ratskammer erscheinen. Der andere wurde unter strengen Auflagen freigelassen“, hieß es weiter. Die gerichtliche Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen.

Anfang September wurden Nacktfotos und Videos von BV's („Bekende Vlamingen“, deutsch: „Bekannte Flamen“) in sozialen Netzwerken verbreitet, hauptsächlich auf WhatsApp und TikTok. Die Opfer, darunter der Sänger und Komiker Stan Van Samang, reichten daraufhin eine Klage ein.

Stan Van Samang dankte den Ermittlern für ihre effiziente Arbeit.

Der Fall hat seinen Ursprung in einer Praxis namens „Sexting“, bei der Menschen sich nackt filmen oder fotografieren und die Bilder verschicken, normalerweise an jemanden, dem sie vertrauen. Aber hinter dem Profil eines scheinbar bekannten oder ehrlichen Benutzers verbirgt sich manchmal eine Person mit bösen Absichten. Die Bilder können dann frei im Web zirkulieren, zum Nachteil der auf den Bildern erscheinenden Person.

<p>„Sexting“ - so heißt ein Trend, bei dem erotische Bilder verbreitet werden, etwa über das Smartphone oder Internetforen.</p>
„Sexting“ - so heißt ein Trend, bei dem erotische Bilder verbreitet werden, etwa über das Smartphone oder Internetforen. | Illustrationsfoto: dpa

Verschiedenen Medienberichten zufolge wurden die Opfer in diesem Fall durch das falsche Profil einer Frau, die sich Eveline nannte, in die Falle gelockt. Sie wandte sich über den Instagram-Antrag an drei BVs (Stan Van Samang, Peter Van de Veire und Sean Dhondt) mit der Behauptung, sie hätten sich bereits in einem Nachtclub getroffen.

Daraufhin begann „Eveline“ mit den drei Männern zu flirten und schlug ihnen vor, für mehr Privatsphäre auf die Chat-Plattform Kik zu wechseln. Über diese Plattform tauschten das gefälschte Profil und die drei Männer Fotos aus, zuerst banale, dann andere, auf denen sie nackt waren.

Die Justiz verdächtigt einen der beiden am Mittwoch verhafteten Verdächtigen, sich hinter Evelines Pseudonym zu verstecken. Der Mann wurde unter Arrest gestellt. Sein Anwalt weigerte sich, einen Kommentar abzugeben. (belga/mv)

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