Anne Kelleter und Co. protestieren im wallonischen Parlament

<p>Anne Kelleter (Zweite von links) und ihre Kolleginnen im Wallonischen Parlament protestierten gegen die Entscheidung von MR-Chef Georges-Louis Bouchez.</p>
Anne Kelleter (Zweite von links) und ihre Kolleginnen im Wallonischen Parlament protestierten gegen die Entscheidung von MR-Chef Georges-Louis Bouchez. | Foto: Twitter

Eine kleine Gruppe von etwa 20 Parlamentarierinnen und Regionalministerinnen aus allen Parteien (darunter auch die ostbelgische Ecolo Abgeordnete Anne Kelleter und MR-Mandatarinnen) posierte am Freitagmorgen gemeinsam für ein Foto im wallonischen Parlament. Ihre Botschaft, die dann in sozialen Netzwerken weitergegeben wurde: „Wir sind mehr als eine Quote.“

Ausköser der Aktion war der gescheiterte Versuch des Präsidenten der MR, Georges-Louis Bouchez, die wallonische Ministerin Valérie De Bue durch ihren Parteikollegen Denis Ducarme zu ersetzen, der in der neuen Vivaldi-Koalition keinen Platz mehr fand.

Das Stühlerücken verwandelte sich jedoch schnell in ein Fiasko, denn ein einstimmig beschlossenes Sonderdekret aus Mai 2019 sieht vor, dass die Posten in einer wallonischen Regierung mindestens zu einem Drittel an Männer oder Frauen gehen. Durch den Tausch von Valérie De Bue (die laut gut informierten Quellen die Nachricht ihrer Herabstufung erst kurze Zeit vor dem Tweet des MR-Präsidenten erfuhr) durch Denis Ducarme war diese Zahl nicht mehr gegeben. Somit musste die MR zurückruden.

An diesem Freitag ist Valérie De Bue also immer noch Regionalministerin, „zweifellos mit dem unangenehmen Eindruck, durch ein Quotensystem gerettet worden zu sein“, schreibt die Nachrichtenagentur Belga.

„Wir sind mehr als eine Quote“, posteten deshalb die regionalen Abgeordneten am Freitagmorgen in den sozialen Netzwerken. Diese Aktion stelle „eine Barriere gegen die Autokratie, eine starke Unterstützung für Valérie De Bue und einen heftigen Wunsch dar, die Parität in allen Parteien und Gremien zu fördern“, twitterte Hélène Ryckmans (Ecolo). (belga/mv)

Kommentare

  • Ich kenne weder den Kollegen von Bouchez noch die Ministerin! Die Quotenregelung ist da und in den Anfangsjahren wird es noch oft zu solchen Diskussionen kommen. Damit wird diese Generation leben müssen, doch die Führungskräfte von Morgen, die jetzt noch die Schule besuchen werden dieses Phänomen nicht mehr kennen.

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