In den vergangenen 20 Jahren sei der Luchs immer wieder Mal gesehen worden, allerdings ohne einen so „unbestreitbaren“ Beweis wie das Ende letzten Monats geschossene Foto, heißt es beim zuständigen Amt der Wallonie: „Diese Beobachtungen lassen auch die Vermutung zu, dass dieser Luchs nicht nur auf der Durchreise, sondern in der Wallonie heimisch geworden ist.“
Das Ministerium könne aber noch nicht von einer angesiedelten Population sprechen, „sondern von einer Reihe sporadischer Beobachtungen, was angesichts der Diskretion des Tieres ein ermutigendes Zeichen für eine mögliche Wiederbesiedlung der wallonischen Wälder ist“. Die Verwaltung kündigte an, dass sie die Beobachtungen fortsetzen werde, „um neue Hinweise, insbesondere genetischer Art, zu sammeln, die es ermöglichen, die Herkunft des Tieres zu bestimmen“.
Der Luchs wird als Einzelgänger beschrieben, der Nagetiere, Hasen und Huftiere wie Hirsche liebt. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über mehrere Hundert Quadratkilometer. Er geht bei der Jagd sehr diskret vor, was ihn „übermäßig schwer zu beobachten“ macht. „Er stellt keine Gefahr für den Menschen dar. Er meidet den Kontakt, weshalb Luchssichtungen äußerst selten sind“, heißt es beim zuständigen wallonischen Ministerium.
Wenn die Anwesenheit des Luchses in den wallonischen Wäldern diesmal bestätigt werden kann, so ist dies dem scharfen Auge eines Fotografen aus dem Norden des Landes zu verdanken, der den Landschaftsverband VZW alarmiert hat. Die Organisation sammelt Beobachtungen von großen Raubtieren in Flandern, erhält aber auch Zeugnisse von Beobachtungen, die in der Wallonie gemacht wurden. Sobald der VZW im Besitz des Fotos war, benachrichtigte der Verband das wallonische Landwirtschaftsministerium. Der Luchs war aus Westeuropa vollständig verschwunden, aber durch Wiederansiedlungsprojekte in Frankreich und Deutschland kann sich die Art wieder verbreiten. (belga/mv)

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