Auch wenn „Olli“ nicht wirklich groß ist, hat er dennoch maximale Aufmerksamkeit generiert. Denn der autonom fahrende Elektrobus ist der erste seiner Art, der hierzulande seine Runden dreht.
Quer durch die Hafenstadt tourt „Olli“ allerdings nicht. Das selbstfahrende Gefährt kutschiert nämlich nur zwischen der Tramhaltestelle am Kortrijksesteenweg und dem Hauptgang des Genter Spitals Maria Middelares. Die knapp 600 Meter lange Strecke legt der Kleinbus, der laut Herstellerangaben zu 100 Prozent recycelbar ist, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 16 km/h zurück. Bei durchgehendem Gebrauch und konstanter Fahrleistung kann „Olli“ so vier Stunden lang zwischen Tramstation und Krankenhaus hin und her pendeln. Wenn die Akkus platt sind, muss der Kleinbus knapp zwei Stunden an die Steckdose, danach kann er dann wieder vollkommen selbstständig Personen von A nach B transportieren.
Angeschafft wurde „Olli“ in Eigenregie von der Krankenhausführung, die zuvor festgestellt hatte, dass knapp 90 Prozent ihrer Besucher mit dem Auto anreist. Ein No-Go in Zeiten, in denen der Umweltschutz großgeschrieben wird. „Um unseren Besuchern den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu erleichtern, haben wir daher einen Shuttleservice ins Leben gerufen. Mit ‚Olli‘, der völlig selbstständig fährt, konnten wir den Service nun deutlich ausbauen“, lassen die Verantwortlichen verlauten. Für den Elektrobus, der Platz für acht Personen bietet, musste das Genter Hospital übrigens 360.000 Euro lockermachen.
Komplett auf sich alleine gestellt ist „Olli“ aktuell aber noch nicht. Der umweltfreundliche Kleintransporter wird aus Sensibilisierungs- und Sicherheitsgründen von einem Steward gelenkt. Nach einer Eingewöhnungsphase soll dieser seinen Platz am Steuer dann aber räumen, sodass „Olli“ komplett autonom über die Straße rollen kann, heißt es. (calü)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren