Volle Lager und wenig Geld für neue Ware

<p>Volle Lager und wenig Geld für neue Ware</p>

Die Verkaufszahlen sind im Vergleich zum Vorjahr, als es noch einen leichten Anstieg von einem Prozent gab, stark rückläufig. Dies geht aus einer aktuellen NSZ-Umfrage unter 882 Händlern im Modesektor hervor. „Die Verbraucher trauen sich nicht, zu konsumieren", sagt Vorsitzende Christine Mattheeuws. Die Folge: Viele Händler bleiben trotz großzügiger Rabatte zwischen 50 und 70 Prozent auf 35 bis 40 Prozent ihrer Sommerware sitzen. Zwei Drittel der Händler wollen im September neben der neuen Kollektion weiterhin runde Preise anbieten.

Aus der Umfrage geht auch hervor, dass die Händler im Vergleich zum Vorjahr bis zu 73 Prozent weniger Neuware bestellt haben. „Viele Händler haben nicht genug Geld verdient und sind aus Angst vor einem zweiten Lockdown vorsichtiger geworden“, erklärt Mattheeuws. Demnach sind sechs von zehn Händlern durch die Coronakrise in finanzielle Bedrängnis geraten: „Die meisten können im Moment nicht einmal ein Viertel der neuen Ware bezahlen. Und das, obwohl sie weniger eingekauft haben.“

Die neutrale Selbstständigengewerkschaft sieht für die Zukunft vieler Einzelhändler schwarz: Demnach wird davon ausgegangen, dass einer von fünf Einzelhändlern „es nicht bis zum Ende des Jahres schaffen wird“. „Es sind für die Branche also dringend zusätzliche Maßnahmen erforderlich, beispielsweise eine Senkung der Mehrwertsteuer auf sechs Prozent, so wie im Hotel- und Gaststättengewerbe“, schlägt Mattheeuws vor. Inzwischen haben sich zahlreiche Einzelhändler dafür ausgesprochen, den Winterschlussverkauf auf den 15. Januar oder auf Anfang Februar zu verschieben, je nachdem, wie sich die Verkaufszahlen im Herbst entwickeln. (belga)

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