Für ein „Final alema“: Leipzig will ins Endspiel stürmen

<p>Gerade vor dem Tempo von Kylian Mbappe warnt RB-Coach Nagelsmann.</p>
Gerade vor dem Tempo von Kylian Mbappe warnt RB-Coach Nagelsmann. | Foto: belga

Die Herausforderung gegen Neymar, Kylian Mbappe und Co. ist groß, das Feuer bei RB aber auch. „Das ist ein einmaliges Erlebnis für uns. Wir haben Bock drauf“, sagte Mittelfeldspieler Marcel Sabitzer. Für Trainer Nagelsmann ist es „selbstredend und selbsterklärend, dass wir jetzt ins Finale kommen wollen“. Um dort gegen Bayern München ein mögliches deutsches Duell auszutragen? „Das wäre schön“, sagte Nagelsmann. Gerade weil deutsche Klubs „in den letzten Jahren für unser schlechtes Abschneiden international auf den Deckel“ bekommen hätten.

Doch dafür braucht es im Lissaboner Estadio da Luz wie schon im Viertelfinale gegen Atletico Madrid (2:1) eine taktische Meisterleistung von Nagelsmann. Der mit 33 Jahren, drei Wochen und sechs Tagen jüngste Halbfinal-Trainer der Champions-League-Geschichte muss ausgerechnet Thomas Tuchel (46) ausstechen. Unter dem PSG-Coach hatte er einst in Augsburg als Spieler und später als Scout gearbeitet. An den Spielberichten von der „Landesliga Süd“ habe er bei Nagelsmann „das Talent erkannt, das Spiel zu analysieren, man hat die Liebe zum Spiel wiedergefunden“, sagte Tuchel am Montag. Dass der Weg der beiden zu einem Duell im Halbfinale der Königsklasse führt, „konnte keiner vorhersehen“.

Wahrscheinlich wird RB ähnlich wie gegen die Defensivkünstler von Atletico sein Glück in der Offensive suchen. „Wir können Paris mehr wehtun, wenn wir selbst viel den Ball haben und Chancen kreieren wollen“, sagte Nagelsmann: „Sie verteidigen nicht so gerne, wie sie angreifen.“ Zieht der Pariser Offensivzug erst einmal an, kann RB schnell überrollt werden. Auf den zuletzt so bärenstarken Abwehrchef Dayot Upamecano dürfte viel Arbeit warten. Vor allem der französische Weltmeister Mbappe bereitet Nagelsmann Sorgen: „Das Tempo von Mbappe ist einfach nicht aufzuhalten. Physisch sowieso nicht, taktisch irgendwann auch nicht mehr.“

Dass RB auch ohne den zum FC Chelsea abgewanderten Timo Werner torgefährlich sein kann, hat das Team bewiesen. Auch als Führungsfigur wird der Nationalstürmer derzeit nicht vermisst. Nagelsmann wirkt vor dem größten Spiel seiner noch jungen Trainerkarriere erstaunlich gelassen. Er zeige „keine spezielle Anspannung oder Nervosität“, stellte auch Sportdirektor Markus Krösche fest. (sid)

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