Neue Maßnahmen zur Verbesserung des Tracing-Systems – Corona-Warn-App für Ende August

<p>Neue Maßnahmen zur Verbesserung des Tracing-Systems – Corona-Warn-App für Ende August</p>
Illustrationsfoto: dpa

Während die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den meisten Provinzen Belgiens zunehmen, sei das Nachverfolgungssystem nicht mehr optimal ausgestattet, hieß es. Im vergangenen Monat konnten „Tracer“ (deutsch: Nachverfolger) nur 77% der infizierten Personen und 86% der ihrer „Hochrisiko“-Kontakte erreichen. Es gab auch 1.100 Hausbesuche. „Aber nur bei der Hälfte der Fälle kam es zu einer Zusammenarbeit“, sagte Karine Moykens am Montag vor dem flämischen Parlament.

Um das System zu verbessern, wird das Landesinstitut für Kranken- und Invalidenversicherung (Inami) diesen Montag „einen Brief an die Krankenhäuser und Labors schicken und sie auffordern, die Ergebnisse der verfügbaren Tests innerhalb einer Stunde zu übermitteln“, versicherte sie auf der Pressekonferenz des Krisenzentrums am Montag. Bisher konnte diese Mitteilung manchmal zwei Tage dauern.

Die Bearbeitungszeit in den „Tracing“-Zentren wird außerdem um zwei Drittel verkürzt. Das Institut für Volksgesundheit Sciensano wird die Kontaktdaten dreimal täglich senden, anstatt wie bisher einmal täglich.

Darüber hinaus können Personen, die zum Zeitpunkt des Anrufs eines Kontaktzentrums nicht erreichbar sind, ab Ende dieser Woche selbst zurückrufen oder sich erneut an das Zentrum wenden, um weitere Informationen, wie z.B. Namen von vergessenen Kontakten, zu geben.

Die „Tracer“ dürfen zukünftig auch mehr Fragen zu den möglichen Umständen einer Infektion stellen. „Es ist sehr wichtig, mögliche Ausbrüche so schnell wie möglich zu erkennen“, so Moykens. Dies dient dazu, sich abzeichnende Ausbrüche zu kartieren und die Ausbreitung des Virus so schnell wie möglich einzudämmen.

Die Organisatoren von Veranstaltungen werden zudem gebeten, eine aktuelle Liste mit den Kontaktdaten der Gäste zu führen. „Wenn es den Anschein hat, dass eine Person bei einer Veranstaltung infiziert wurde, werden die Organisatoren gebeten, eine Liste der Teilnehmer zur Verfügung zu stellen, damit sie kontaktiert werden können.“

Auf Ersuchen der Sozialpartner werden auch die internen oder externen Präventionsdienste der Unternehmen im Falle einer Kontamination mehrerer Arbeitnehmer benachrichtigt.

Reisende, die per Flugzeug, Zug, Schiff, Bus oder Auto aus Risikogebieten nach Belgien zurückkehren, müssen ebenfalls ein elektronisches Formular ausfüllen, in dem sie sich zur Einhaltung der Quarantänemaßnahmen verpflichten und einen Aktivierungscode erhalten, um einen sofortigen Test zu machen.

Schließlich wird Ende August eine neue technische Plattform eingeführt, die es den Gesundheitsbehörden ermöglicht, in Echtzeit zu arbeiten. Eine ergänzende App für das Smartphone zur manuellen Rückverfolgung wird ebenfalls für ganz Belgien entwickelt, „mit dem größten Respekt für die Privatsphäre“, so Moykens. Die Corona-App soll die Zusammenarbeitsfähigkeit mit den Nachbarländern sicherstellen.

Das Krisenzentrum, das am Montag seine erste Pressekonferenz seit Wochen über die Entwicklung der Epidemie gab, wiederholte seinen Aufruf zur Wachsamkeit, während die Zahl der neuen Kontaminationen im Durchschnitt die 150er-Marke pro Tag überschritten hat. (belga/alno)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment