Sozioökonomische Erholung – auch eine ethische Frage

Ohne zu bestreiten, dass hinter den Stellungnahmen der Parteien sich möglicherweise Opportunismus und Zynismus verbergen, sehe ich doch einen Zusammenhang zwischen der ethischen Frage in der Abtreibungsdebatte und der sozioökonomischen Erholung gerade jetzt nach (in) der Coronakrise. Wenn wir nur den sozioökonomischen Aspekt bei der Bewältigung in Betracht ziehen, werden wir unweigerlich weiter machen wie bisher, so gut es eben geht d.h. wir retten ein System, das in vielfältiger Weise schon lange den Menschen instrumentalisiert. Wir opfern den Menschen: er muss mitmachen oder untergehen! Jetzt ist der Zeitpunkt, neu und fundamental nachzudenken, auch in der Politik: Was ist der Mensch uns wert? Wollen wir ihn oder ein System, in dem zunehmend nur noch eine Minderheit sich wohl und glücklich fühlen kann? Hierbei müssen sich Politiker nicht nur von Wirtschafts- und Finanzexperten beraten lassen, hier gehören Ethiker, Philosophen, Soziologen, Psychologen hin: Was ist ganzheitlich und nachhaltig gut für den Menschen? Ist es ganzheitlich und nachhaltig gut für uns alle, wenn wir ungewolltes, störendes Leben beseitigen? Hat Corona uns nicht gezeigt: Alle und alles gehört zusammen? Vielleicht – und ich sage ‚leider‘, nicht ‚zynisch‘- brauchen wir eine zweite Corona-Welle, um endlich nachhaltig denken zu lernen.

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