Die Welt erlebe in diesem Jahr „die schlimmste Rezession“ seit der Weltwirtschaftskrise vor rund 90 Jahren, sagte IWF-Chefvolkswirtin Gita Gopinath am Mittwoch. „Kein Land bleibt verschont“, sagte sie bei der Vorstellung der jüngsten IWF-Wirtschaftsprognose.
Als Konsequenz der Krise werde die öffentliche Verschuldung relativ zur Wirtschaftsleistung dieses Jahr den bisherigen Höchststand vom Ende des Zweiten Weltkriegs übertreffen. Die Konjunktur müsse gestützt werden und ärmere Länder bräuchten zudem mehr Hilfe der reichen Länder, forderte Gopinath. „Diese Krise ist nicht vorbei“, betonte sie. Staaten müssten sich aber nach der Pandemie bemühen, die Verschuldung wieder durch Einsparungen zu begrenzen.
Der IWF rechnet in diesem Jahr mit einem globalen Wirtschaftseinbruch um 4,9 Prozent, vor allem weil Verbraucher wegen der Corona-Krise weniger konsumieren. Im April hatte der IWF noch ein Schrumpfen von 3 Prozent vorhergesagt. Für 2021 erwartet die Organisation eine Erholung. Die globale Wirtschaft soll dann um 5,4 Prozent zulegen. Gopinath warnte allerdings, dass eine zweite Corona-Welle Anfang 2021 mit neuen Ausgangsbeschränkungen das Wachstum zunichte machen könnte. (dpa)

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