Der Kampf gegen den Krebs mobilisiert landesweit viele Menschen. In 38 belgischen Städten hätte der „Relais pour la vie“, wie sich die Initiative im französischsprachigen Landesteil nennt, in diesem Jahr durchgeführt werden sollen. Im vergangenen Jahr fand der „Lauf für das Leben“, so wird er hier genannt, erstmals in Eupen statt. Mehr als 49.000 Euro sind damals zusammengekommen – eine stolze Summe, die der Forschungsarbeit der Stiftung gegen Krebs sowie mehreren lokalen Initiativen zugute kam.
Laufen ohne Leistungsdruck, sondern aus Solidarität
432 Teilnehmer verteilt auf 23 Teams standen Anfang des Jahres bereits in den Startlöchern, und es wären bis zum Event am Pfingstwochenende sicher noch zahlreiche hinzugekommen, doch dann machte die Coronakrise den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung: Der „Lauf für das Leben“ musste abgesagt und auf das nächste Jahr verschoben werden. Er findet nun am 26. und 27. Juni 2021 auf dem Sportgelände im Eupener Ortsteil Schönefeld statt.
Laufen ohne Leistungsdruck, sondern aus Solidarität mit all jenen, die gegen den Krebs kämpfen – so lässt sich das Prinzip der Veranstaltung „Lauf für das Leben“ in wenigen Worten zusammenfassen. Konkret bedeutet das: Teams mit bestenfalls rund 20 Teilnehmern sind während 24 Stunden – von Samstag 15 Uhr bis Sonntag 15 Uhr – jeweils mit mindestens einem Teilnehmer auf der Leichtathletikbahn in Bewegung. Dabei kommt es nicht auf Geschwindigkeit oder sportliche Leistung an, sondern auf Motivation und Engagement, betont Jacqueline Jost, Präsidentin des Organisationsteams: „Man muss nicht unbedingt laufen. Gemütliches Spazieren ist ebenso erlaubt wie Schlendern, Joggen oder Laufen. Wichtig ist nur, dass die Teams rund um die Uhr in Bewegung bleiben. Ein Krebskranker kann sich schließlich auch keine Auszeit von seiner Krankheit nehmen“, erklärt sie den Hintergrund. Demnach gilt: Je größer ein Team ist, umso geringer ist der Aufwand für jedes einzelne Mitglied. Im vergangenen Jahr seien Teams mit mehr als 100 Teilnehmern an den Start gegangen.
Bereits bestehende Anmeldungen behalten in Hinblick auf den Nachholtermin im kommenden Jahr selbstverständlich ihre Gültigkeit. Jost hofft, dass sich darüber hinaus weitere Teams einschreiben. Das Spendenkonto sei mit einem aktuellen Stand von rund 16.000 Euro bereits gut gefüllt. Die Summe ergibt sich zum einen aus der Einschreibegebühr in Höhe von zehn Euro pro Person. „Hinzu kommen Spendengelder, die die Teams zusätzlich durch verschiedene Aktionen gesammelt haben“, erklärt Jacqueline Jost. So hat das Team „Lauf für das Leben“, das sich aus Mitgliedern des Organisationskomitees zusammensetzt, Suppe und selbstgemachte Plätzchen auf dem Eupener Weihnachtsmarkt angeboten. „Der Verkauf unseres Kalenders ‘Gemeinsam gegen den Krebs’ hat zusätzlich Geld eingebracht. Zusammen ist dabei ein hübsches Sümmchen herumgekommen“, freut sich Jost. Auch andere Teams haben sich über das eigentliche Event hinaus engagiert: So hat das Team „Herzensangelegenheit“ selbstgenähte Masken verkauft und den Erlös dem „Lauf für das Leben“ gespendet.
Ein Großteil des Geldes aus dem Spendentopf kommt im Anschluss an den Lauf der Stiftung gegen Krebs zugute, die besonders in der Krebsforschung aktiv ist, darüber hinaus aber auch Präventionsarbeit leistet sowie Krebspatienten und deren Angehörigen Beistand leistet.
Der Rest des Erlöses fließt in lokale Initiativen und Projekte. Im vergangenen Jahr profitierten die Eiche, die Krebspatienten bestimmte Sportkurse zu einem vergünstigten Tarif anbietet, und die Initiative Lichtblicke, die unter anderem Krebspatienten die Möglichkeit zum Austausch bietet.
Was den „Lauf für das Leben“ zusätzlich so besonders macht, ist das bunte Rahmenprogramm. Während der Dauer der Veranstaltung gleicht das Gelände einem Rummelplatz, das war bereits bei der Premiere im vergangenen Jahr der Fall: „Musikvereine und Coverbands werden auftreten, eine Integrationsband und ein Chor haben sich ebenfalls angekündigt. Es wird Tanzaufführungen geben sowie eine Zaubershow für Kinder“, verrät Jaqueline Jost. Jedes Team wird zudem dazu angehalten, einen Stand zu organisieren, an dem es Speisen, Getränke, Selbstgebasteltes oder Aktivitäten anbietet, beispielsweise Entchenangeln. Was die Teams dadurch einnehmen, kommt ebenfalls in den Spendentopf. Programm ist bis etwa ein Uhr nachts vorgesehen, anschließend hält ein DJ die Teilnehmer bis zum Morgengrauen bei Laune, ehe es mit dem eigentlichen Programm weitergeht.
Kurzentschlossene können sich vor Ort dem offenen Team anschließen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen, wie bereits im letzten Jahr, Menschen, die Jost „Kämpfer“ nennt. Solche, die an Krebs leiden oder die Krankheit besiegt haben, und die an dem besagten Wochenende an ihren lilafarbenen Leibchen zu erkennen sind. „Sie werden den Lauf mit der ersten Runde eröffnen, anschließend startet er dann.“ Die Kerzenzeremonie am Samstagabend (22 Uhr) gilt dem Gedenken an Menschen, die dem Krebs erlegen sind. Der letzte emotionale Höhepunkt wird die Abschlusszeremonie (Sonntag, 14.30 Uhr) sein. „Wir gehen alle zusammen die letzte Runde, anschließend werden die Resultate verkündet“, sagt Jacqueline Jost.
Jeder, der den Kampf gegen den Krebs unterstützen möchte, sei es als Teilnehmer oder Zuschauer, ist willkommen. Jost freut sich auf altbekannte und neue Gesichter. Wer sich spontan dazu entschließt, mitzulaufen, kann sich am Tag selbst dem offenen Team anschließen.

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