Dirk De fauw meldet sich nach Messer-Attacke zu Wort: „Mir geht es wieder gut“

<p>In Brügge ist Bürgermeister Dirk De fauw am Samstag bei einer Messerattacke am Hals verletzt worden.</p>
In Brügge ist Bürgermeister Dirk De fauw am Samstag bei einer Messerattacke am Hals verletzt worden. | Foto: belga

Wie die zuständige Staatsanwaltschaft berichtet, wurde der 62-jährige Jurist von einem Mann am Sitz seiner Anwaltskanzlei in Brügge attackiert.

Verantwortlich für die Tat soll laut Informationen der flämischen Tageszeitung „Het Nieuwsblad“ einer seiner Klienten sein. Der Mann, für den der Anwalt bereits seit 15 Jahren die Vormundschaft ausübt, sei angeblich psychisch labil. Er soll bei einer Unterredung mit De fauw die Beherrschung verloren haben und sei daraufhin auf den Bürgermeister losgegangen. „Als mein Mann ihn anwies wegen Corona Abstand zu halten, zog er ein blitzschnell ein Messer“, berichtet seine Frau Ann Staelens.

De fauw wurde bei dem Angriff so schwer am Hals verletzt, dass er in das Krankenhaus Sint-Jan gebracht werden musste, wo er umgehend operiert wurde. De fauw musste mit 24 Stichen am Hals genäht werden. „Glücklicherweise wurde mein Mann nicht lebensgefährlich verletzt. Auch die Stimmbänder sind zum Glück nicht beschädigt worden“, sagte seine Ehefrau.

Nach Informationen der Tageszeitung „Het Laatste Nieuws“ hatte der 62-jährige Christdemokrat nach der Attacke noch selbst den Rettungsdienst rufen können. Sein Chauffeur habe ihn ins Krankenhaus gefahren.

De fauw hat inzwischen aus dem Krankenhaus gemeldet. „Mir geht es wieder ziemlich gut. Ich möchte ausdrücklich dem Krankenhauspersonal für die hervorragende Versorgung danken. Und auch den vielen Menschen, die mir alles Gute und eine schnelle Genesung gewünscht haben“, so der CD&V-Politiker.

<p>Dirk De fauw wurde am Samstag Opfer einer Messer-Attacke.</p>
Dirk De fauw wurde am Samstag Opfer einer Messer-Attacke. | Foto: belga

Der Mann, der den Bürgermeister angegriffen hat, konnte unterdessen festgenommen werden. Er wurde am Sonntag einem Haftrichter vorgeführt und muss sich nun vor Gericht wegen versuchten Mordes verantworten.

Was das Motiv des Täters angeht, spekuliert die Tageszeitung „De Standaard“ indes darüber, dass das politische Wirken von De fauw den Mann zu dieser Tat verführt hat. Die genauen Hintergründe werden aber wohl erst nach der Befragung durch die Justiz ans Tageslicht kommen.

Die Messer-Attacke auf Dirk De fauw hat belgienweit Entsetzen ausgelöst. Unter anderem meldete sich CD&V-Präsident Joachim Coens zu Wort. „Wir sind einfach nur schockiert. So etwas erwartet man nicht, schon gar bei jemandem, der so geliebt wird und der auch überhaupt nicht polarisiert“, gab Coens gegenüber der Nachrichtenagentur Belga zu verstehen und wünschte der Familie viel Kraft.

Auch der flämische Medienminister Benjamin Dalle äußerte sich zu dem Vorfall. Auf Twitter schrieb der CD&V-Politiker: „Schreckliche Nachrichten aus Brügge. Gute Besserung, Dirk.“

Auch außerhalb der Partei gab es Reaktionen. Unter anderem äußerte sich die Parteichefin der flämischen Grünen, Meyrem Almaci, zu dem Angriff. „Schreckliche Nachrichten. Das geht einfach nicht in meinen Kopf“, so Almaci. Auch der flämische Ministerpräsident Jan Jambon bezog kurz Stellung und zeigte sich schockiert. „Ich wünsche ihm eine baldige Genesung und seiner Familie ganz viel Kraft“, so der N-VA-Politiker. (belga/calü)

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