Notfallplan für Seniorenheime war seit 14 Jahren fertig - Verband ist „fassungslos“

<p>Die Alten- und Seniorenheime waren besonders betroffen von der Coronakrise. Knapp die Hälfte der „Coronatoten“ in unserem Land starben dort.</p>
Die Alten- und Seniorenheime waren besonders betroffen von der Coronakrise. Knapp die Hälfte der „Coronatoten“ in unserem Land starben dort. | Foto: belga

Bereits 2006 hatte eine Arbeitsgruppe der Uni Löwen auf Ersuchen der Regierung einen Vorschlag zum „Infektionsmanagement in Pflege- und Betreuungseinrichtungen“ erarbeitet. Mit anderen Worten wurde herausgearbeitet, was im Falle einer Epidemie getan werden muss. Das hätte rund 20.000 Euro pro Einrichtung gekostet“, erklärt Professor Jan De Lepeleire von der KU Löwen, der damals die Arbeiten initiierte.

Ursprünglich hatte das föderale Gesundheitsministerium diese Vorschläge als „unrealistisch“ bezeichnet, doch ein 2011 durchgeführtes Pilotprojekt bewies, dass die Argumentation zutreffend und wirksam war. Doch diese Pläne sind nie in die Praxis umgesetzt worden. „Die Politik hat uns im Stich gelassen“, beklagt De Lepeleire gegenüber den flämischen Zeitungen: „Sie hat in 14 Jahren nichts getan, um uns auf eine solche Epidemie vorzubereiten. Es hätte Leben gerettet“, so der Professor.

Der unabhängige Verband der Seniorenheime in der Französischen Gemeinschaft (Femarbel) reagierte am Donnerstag „fassungslos“ auf die Enthüllung. Man sei über den Plan im Dunkeln gelassen worden, dabei hätte seine Nichtbeachtung dramatische Folgen gehabt. „Es gingen wertvolle Wochen verloren, während Empfehlungen erteilt wurden, das strikte Minimum an verfügbaren Masken zu verwenden und die Krankenhausaufenthalte der Bewohner auf ein Minimum zu reduzieren“, prangert der Verband an: „In diesem Zusammenhang wurden auch Krankenhauseinweisungen abgelehnt. Der Preis für diese verlorene Zeit und diese Empfehlungen wurde im April teuer bezahlt.“

Femarbel fordert die Entwicklung einer nachhaltigen Teststrategie und die Anpassung der Normen, damit die Institutionen über einen ständigen Bestand an spezieller Schutzausrüstung verfügen können. Der Verband erinnerte daran, dass er bereits Anfang März auf die Gefahr einer Epidemie in diesem Sektor hingewiesen und auf der „absoluten Dringlichkeit“ bestanden habe, die notwendige Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen und die Bewohner und Mitarbeiter zu testen. (belga/mv)

Kommentare

  • .. immer wieder das Gleiche, mit den Regierungen.... BLA BLA BLA und nichts kommt dabei raus...

  • Wir haben halt viel zu viele davon...
    Und wenn dann noch der Eine nicht weiß was der Andere macht...
    IdT...viel bla bla und "wenig dahinter"...
    MfG.

Kommentar verfassen

2 Comments