250 Überwachungskameras sollen entlang der Küste zum Einsatz kommen. Sie sind mit einer Software ausgestattet, die virtuelle Linien auf die aufgenommenen Bilder zeichnet. Wenn Menschen diese Linien überschreiten, werden sie gezählt. Die Technologie wandelt automatisch die Daten über die Anzahl der Menschen in den verschiedenen Zonen in eine Karte über das Menschenaufkommen an der gesamten Küste um.
Die Küstengemeinden werden mit dieser Karte einen zu großen Zustrom antizipieren können, sagt der westflämische Gouverneur Carl Decaluwé. An Spitzentagen finden mindestens 750.000 Besucher den Weg zur Küste. Die Polizei könne mithilfe der Karte überfüllte Gegenden besonders gut im Auge behalten, und die Daten seien auch nützlich, um den Verkehr zu lenken. Die fraglichen Kameras sind noch nicht installiert und dienen nur dazu, das Menschenaufkommen abzubilden.
Antwerpen und Roeselare verwenden bereits intelligente Kameras, um das Treiben in den Einkaufsstraßen zu überwachen. Die Datenschutzbehörde, die aus der Presse über das Projekt erfuhr, hat verschiedene Fragen: Wie kann sichergestellt werden, dass die Kameras nur Personen zählen (und nicht identifizieren)? Wie wurde die Folgenabschätzung durchgeführt? Und vor allem: Ist die Massenüberwachung mit Kameras die am wenigsten aufdringliche Manier, um die Besucher an der Küste zu zählen? Die Behörde beabsichtigt, „so bald wie möglich“ mit den Interessenvertretern Kontakt aufzunehmen, um Antworten auf ihre Fragen zu erhalten. „Auf den ersten Blick scheint uns dieses Projekt mit hohen Risiken für den Einzelnen verbunden zu sein. Es ist daher unsere Pflicht als Datenschutzbehörde, diese Initiative genauer zu prüfen“, heißt es. Sollten die Antworten zu ernsthaften Hinweisen auf einen Verstoß gegen die Grundprinzipien des Schutzes personenbezogener Daten führen, könnte eine formelle Untersuchung eingeleitet werden. (gz)

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