Wenn Waffen und Munition bei der Armee „verloren“ gehen

<p>Verteidigungsminister Philippe Goffin hat auf Anfrage von Kattrin Jadin nähere Angaben zum Verlust von Waffen und Munition bei der Armee gemacht.<br />
Foto: belga</p>
Verteidigungsminister Philippe Goffin hat auf Anfrage von Kattrin Jadin nähere Angaben zum Verlust von Waffen und Munition bei der Armee gemacht. Foto: belga

Demnach sind in den letzten fünf Jahren mehr als 5.000 Akten über „verloren gegangenes“ Militärmaterial eröffnet worden. In 86 Fällen wurde Munition „verloren“, in fünf Fällen als gestohlen gemeldet. In 64 Fällen konnte die Munition wiedergefunden werden. Bezüglich der Schusswaffen wurden drei als „Verlust“ und zwei als „gestohlen“ gemeldet. Die drei abhanden gekommenen Waffen konnten später wiedergefunden werden. Die zwei gestohlenen Waffen seien nicht mehr aufgetaucht.

„Zu den restlichen Verlusten machte der Minister keine näheren Angaben“, erklärte die Eupenerin. „Es beunruhigt mich schon sehr, dass innerhalb der belgischen Verteidigung mitunter gefährliches Material gestohlen wird. Selbst, wenn zwei Waffendiebstähle binnen fünf Jahren als gering erscheint, sind immerhin zwei Waffen im Umlauf, die, wenn sie in die falschen Hände geraten, sehr viel Unheil anrichten können“, so Jadin.

In der Eupener Militärkaserne (Kmile/Irmep) befänden sich schon länger keine Waffen mehr, und in den anderen Kasernen würden die Feuerwaffen gut gesichert aufbewahrt. „Ohne Hilfe von Militärangehörigen ist es eigentlich unmöglich, an die Waffen heranzukommen. Also können wir davon ausgehen, dass die Diebstähle von Soldaten begangen wurden“, denkt Kattrin Jadin.

Auf Nachfrage erklärte Goffin auch, dass im letzten Jahr 489 Unfälle mit militärischer Beteiligung verursacht wurden, davon 101 im Ausland. Die meisten Unfälle wurden mit Nutzfahrzeugen und nicht etwa mit spezifischen Militärfahrzeugen begangen. Es gab dabei 20 Leichtverletzte. „Lediglich in rund der Hälfte der Fälle waren die Fahrer der Militärfahrzeuge für den Unfall verantwortlich, jedoch sind diese Zahlen trotzdem zu hoch. Immerhin fallen deswegen jährlich knapp 500.000 Euro an Reparaturkosten an.“ (red)

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