So haben die Stadt Eupen und der Rat für Stadtmarketing in den letzten Wochen ein umfangreiches Solidarpaket erarbeitet, um Einzelhandel und Horeca zu unterstützen. „Eupen soll als attraktive Stadt mit einer hohen Aufenthaltsqualität weiterentwickelt werden. Zum Paket gehört zum einem der Wegfall verschiedener Steuern und Gebühren. Zum anderen werden zurzeit drei weitere Stränge ausgearbeitet: das Angebot, mehr öffentlichen Raum nutzbar zu machen, ein umfangreiches Investitionsprogramm sowie Aktivitäten zur Belebung der Innenstadt und der Außenbezirke“, heißt es in einer Pressemitteilung, die am Freitag verschickt und von Bürgermeisterin Claudia Niessen (Ecolo), Schöffin Kattrin Jadin (PFF) und RSM-Geschäftsführer Alain Brock unterschrieben wurde.
Dieses komplexe Projekt werde im transparenten Austausch mit vielen Partnern seine Form annehmen und umgesetzt werden. „Denn nur wenn ‘Eupen zusammenhält’ wird es ein Erfolg, die gewünschten positiven Effekte für Einzelhändler und Horeca-Bereich entfalten. Diese sollen finanziell entlastet und wirtschaftlich gestärkt werden“, so die Initiatoren.
Der jetzt von einigen Partnern in die Öffentlichkeit getragene Vorschlag, den Knackpunkt der beengten Situation in der Innenstadt zu lösen, sei ein Teil einer Gesamtvision, um Eupen gut zu positionieren. Es gehe darum, den Gastronomen und dem Einzelhandel den gewünschten Raum zu geben und zugleich die Verweildauer der Touristen und der Besucher in der Innenstadt zu erhöhen. Beides soll unter den Corona-Bedingungen einen guten Umsatz ermöglichen. „Klar ist: Der streng erforderliche Infektionsschutz diktiert die Bedingungen, unter denen der Horeca-Bereich nächste Woche seine Arbeit wiederaufnimmt“, heißt es weiter.
Die Stadt erhebt derzeit den konkreten Bedarf bei den Betrieben und wird auf Basis dieser Analyse einen präzisen Plan ausarbeiten.
Der Umsatz in der Gastronomie muss in diesem Jahr hauptsächlich im Freien gemacht werden. Wieviel Außenfläche braucht aber ein Gastronom, um halbwegs wirtschaftlich arbeiten zu können? Die Tische dürfen nicht nahe beieinanderstehen. Logische Folge: Schon um so viele Gäste wie sonst bewirten zu können, muss die Fläche wachsen. Wie die Verteilung der Fläche tatsächlich aussehen wird, um möglichst den aktuellen Bedürfnissen der unterschiedlichen Nutzer wie Gewerbetreibende, den Gästen, den Anwohnern, der Sicherheit, den Versorgern gerecht zu werden, wird aktuell noch diskutiert.
Zurzeit arbeiten sehr viele Menschen in Eupen daran, die Details mit zahlreichen Beteiligten aus Gastronomie und Einzelhandel zu besprechen und fix zu machen. Sie möchten damit eine positive Signalwirkung erzeugen. „Wir brauchen neuen Mut, andere Blickwinkel und Perspektiven, um gestärkt aus dieser Krise herauszugehen. Allen Verantwortlichen ist bewusst: Manche Details des Pakets werden nicht jeden Einzelnen als Individuum zufriedenstellen können. Es kommt aber entscheidend darauf an, wie Beteiligte ihre Chancen ergreifen und gestalten. Als Stadt ist es in unserer Verantwortung, ein Gesamtbild im Blick zu haben und Eupen gut für die Zukunft aufzustellen“, so die Vertreterinnen des Gemeindekollegiums und des RSM. Sobald das Programm für die Unterstützung des Horecasektors und des Einzelhandels mit den Partnern auch in den Feinheiten ausgearbeitet wurde und spruchreif ist, soll die Öffentlichkeit voll umfänglich und präzise informiert werden: „Der Zeitdruck ist hoch, die Not vieler Einzelhändler und Horeca-Betriebe groß. ‘#Eupen hält zusammen’ setzt auf solidarische Unterstützung.“
Konkret steht eine Sperrung in der Innenstadt für den Verkehr zur Debatte. „Es ist nur eine von vielen Möglichkeiten, deren Nutzen wir nun abwägen müssen“, erklärt Alain Brock vom Rat für Stadtmarketing auf GrenzEcho-Nachfrage. „Fakt ist, dass irgendwie Platz geschaffen werden muss. Ob, wann oder unter welchen Bedingungen eine autofreie Innenstadt Sinn macht, wird noch diskutiert.“ Sowohl die Einzelhändler, als auch die Cafés und Restaurants werden in die Überlegungen mit einbezogen. „Wir suchen nach einer bestmöglichen Lösung für alle Beteiligten. Einem Kompromiss, der von allen getragen wird. Einige Einzelhändler wollen nichts von einer Sperrung wissen, andere befürworten es. Wir hoffen auf Solidarität und wollen ein starkes Zeichen nach außen setzen.“ (red)

Kommentare
Wenn es Eupen ehrlich meint mit mehr Platz schaffen, dann ist der Gedanke der Sperrung der Innenstadt über den Sommer mal gar keine so schlechte Idee! In vielen vielen anderen, touristisch gut frequentierten, Städten ist das total normal! Warum also nicht auch fuer einmal in Eupen??? Nein, dann kann der einzelne ja nicht mehr einkaufen oder schnell was abholen und mit seinem Wagen halten wo immer auch noch ein kleiner Platz ist! Ja, lieber Alain, da kannst du überlegen und Ideen hervorkramen wie du willst, der pure Egoismus und die Faulheit hier in unserem schoenen Städtchen überwiegt! Macht es doch einfach mal und jeder wird dann erkennen wieviel schoener es ohne Verkehr in dem kleinen Karree sein wird! Die Kinder koennen sich viel freier bewegen, die alten Herrschaften brauchen keine Angst beim überqueren der Strassen zu haben. Die einzelnen Terrassen können grösser gestaltet werden! Ich stelle mir das sehr bequem, entspannt und gemuetlich vor. Alles ist bei gutem Wille machbar und ohne Angst vor "grossen Tieren" auch umsetzbar, toi, toi, toi und viel Glueck!
Sperrung Innenstadt bedeutet fuer mich Bergstrasse ab Clown, Marktplatz, Klosterstrasse, Kirchstrasse, Kloetzerbahn! Ueber die Hufengasse gelangt man dann auf den Parkplatz Fuhrpark. Von der Hufengasse aus wieder links die Paveestrasse hinauf und der Verkehr ist aus der Innenstadt raus. Eigentlich fuer die kurze Zeit machbar. Ergo gelangt jeder immer wieder gut zu Fuss in die Innenstadt und mehr Platz fuer die einzelnen Terrassen ist auch dann vorhanden! lg
Liebe Frau Renate Mondry;
Ich weiß nicht wo Sie wohnen und wie Sie sich bewegen(Pkw, Fahrrad...) wenn Sie einkaufen oder ein Restaurant besuchen wollen(Nur 2 Bsp).
Aber wenn man in der Unterstadt wohnt, und "sich auch etwas leisten bzw. ein schönen Abend" erleben möchte an der eine oder andere Terrasse, dann geht das nur noch in der Oberstadt.
In der Unterstadt ist nämlich NICHT MEHR dergleichen...
Wie das so geworden ist...fragen für unsere Politiker...
Mittlerweile machen sogar die Bäckereien an Feiertage zu...
Wenn man dann sein Pkw auf dem Parkplatz am Rothenberg abstellen muss weil die Innenstadt nicht mehr befahrbar ist um sich auf den Marktplatz an eine Terrasse zu setzen...
Und das hat mit Faulheit bzw. Egoismus nichts zu tun sondern laufen sie mal bei Dunkelheit durch den Park...
Ach ja...Den ÖPNV, den gibt es auch noch...tagsüber...
Abends liegt das ein wenig anders...
Übrigens ist eine Terrasse toll solange das Wetter mitspielt...
An dieses WE(05 bis 07 Juni) ist das allerdings nicht so prickelnd...
MfG.
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