Wirbel um König Leopold II.: Brennende Statue und eine Petition

<p>Eine Statue von König Leopold II. in Brüssel.</p>
Eine Statue von König Leopold II. in Brüssel. | Foto: belga

Die Gruppe „Réparons l'Histoire“ hat am Dienstag auf der Webseite change.org eine neue Petition gestartet, in der sie fordert, alle Statuen Leopolds II. auf dem Gebiet der Stadt Brüssel zu entfernen. Mehr als 30.000 Menschen haben die Petition bereits unterzeichnet, und das Thema wird beim nächsten Brüsseler Stadtrat am kommenden Montag diskutiert werden. Das bestätigte das Kabinett der zuständigen Schöffin Khalid Zian (PS).

Die Petition ist eine Antwort auf die „Black-Lives-Matter“-Proteste, die derzeit in den USA stattfinden, schreibt die Nachrichtenagentur Belga. Für die Initiatoren ist es unverständlich, dass König Leopold II. nach seinem Vorgehen gegen das kongolesische Volk noch immer in der Öffentlichkeit geehrt wird. „Anerkannt als 'König der Erbauer' und nicht als 'König der Vernichter'. Ein Held für einige, aber auch ein Henker für ein großes Volk. Innerhalb von 23 Jahren hat dieser Mann mehr als 10 Millionen Kongolesen getötet, ohne jemals einen Fuß in den Kongo gesetzt zu haben“, heißt es auf der Seite der Petition.

Die Initiatoren der Petition sind der Meinung, dass „diese Statue in Brüssel mit seinen 118 Bezirken, die fast 200 Nationalitäten repräsentieren, und als Hauptstadt Belgiens und Europas keinen Platz hat“. Sie fordern, dass alle Statuen bis zum 30. Juni 2020, dem Datum, an dem der 60. Jahrestag der Unabhängigkeit des Kongo gefeiert wird, entfernt werden.

Unterdessen ist in Ekeren eine Statue von König Leopold II, die überdies in 2023 sowieso verschwinden sollte, in der Nacht zu Donnerstag in Brand gesteckt worden. „Es ist bereits das zweite Mal in dieser Woche, dass Vandalen die umstrittene Statue des Monarchen ins Visier genommen haben. Dieses Mal ist der Schaden mit ziemlicher Sicherheit irreparabel“, heißt es bei der „Gazet van Antwerpen“. (belga/mv)

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